Krank

Nun ist es passiert: der Beste aller Männer wurde von der schrecklichsten Geißel der Menschheit (ich meine, AUSSER ‚Germanys Top Model‘!) dahingestreckt – der Männergrippe.
Nachdem eine Weile nicht klar war, ob er den morgigen Tag noch erleben würde, bat er mich (sicherheitshalber mit ersterbender Stimme) schon mal alle gängigen Grippe-, Husten-, Schnupfen- und Stärkungsmittel griffbereit hinzulegen, was mich zu der hoffnungsvollen Annahme veranlasst, dass er vielleicht… möglicherweise… doch noch weiter leben wird.
Er hat auch überhaupt keinen Appetit. „Komm mir bloß nicht mit Essen“, sagte er, um mich dann zu fragen: „Sind eigentlich noch Frikadellen da?“ Nicht, weil er Hunger hätte selbstverständlich, sondern nur, um nicht der Schwäche anheim zu fallen.
Fieber hat er auch. Ich sage lieber nicht, was er zum Gebrauch eines handelsüblichen Fieberthermometers gesagt hat (das müssen die Fieberphantasien gewesen sein!) aber wir fanden noch eins, das die Temperatur stattdessen im Ohr misst. 37,3. Ich könnte Wadenwickel machen, aber ich kenne das doch; Männer mit Männergrippe sind für sowas nicht empfänglich. Andererseits helfen Schokokekse gegen die schlimmsten Krankheitssymptome. Jedenfalls könnte man das mal probieren.

Übrigens fängt der Kerl schon genauso an zu husten wie ich. Morgen ist der WIRKLICH krank.

Mist.

Ich habe 15 Chilis!

…und ehrlich mal, ich sollte aufhören, das, was ich sagen will, schon in der Überschrift herauszuposaunen. Was soll ich denn jetzt im Text schreiben? Dass ich 15 Chilis habe? Das sollte inzwischen klar sein. Ich sollte die Überschrift spannender machen. Sowas wie „Ratet mal, wieviele Chilis ich habe“ und dann der dazu gehörige Blogeintrag: „15!“ Alternativ schreibe ich überhaupt nichts mehr über die Chilis, sondern darüber, was sonst noch so auf meiner Dachterrasse wächst. Die Kohlrabi zum Beispiel, oder die Stachelbeeren. Die Tomaten wollen nicht so richtig, das sind bisher wenige winzige, steinharte grüne Gnubbelchen. Vielleicht kann man damit Murmeln spielen. Ganz im Gegensatz zu den Zucchini – okay, damit könnte man nicht Murmeln spielen, selbst wenn sie klein blieben, dazu sind sie einfach völlig falsch geformt. Aber Tatsache ist, die werden was. Lang und gelb und jede Menge (und das an zwei Pflanzen! Man braucht übrigens zwei Pflanzen, wenn man Zucchini haben will, habe ich festgestellt. Offenbar sind Zucchinipflanzen Herdentiere).
„Du magst gar keine Zucchini, oder?“, sage ich zum Besten aller Männer, dessen Begeisterung sich ganz offensichtlich in Grenzen hält.
„Doch“, sagt der Beste aller Männer, aber es klingt eher wie dooooooch.
„Zucchini sind schon lecker“, bestätigt er. „Ich esse sie nur nicht so gerne, weil sie mir einfach nicht schmecken.“
Ist ja schön, dass er sich solche Mühe gibt, jung zu bleiben. Aber ein bisschen über Teenager-Alter wäre auch okay gewesen…

Des Dorfes Ohrenfreuden

Über die Unmöglichkeit, die intimsten Geheimnisse der Nachbarn zu überhören, schrieb ich schon mehrmals. Hier also die neuesten Neuigkeiten: Der kleine Frederick hat letzte Nacht bei Oma und Opa geschlafen, aber nicht bei Opa im Zimmer, sondern bei Oma, weil Opa schnarcht. Das sind, um Himmels Willen, ungefähr dreimal so viele Informationen, wie man gerne hätte, und das nur, weil die Akustik vom Tal den Berg hoch einfach zu gut ist. Vermutlich ist das wie in diesem Tal, durch das Michael Ende seinen Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer fahren lässt: Der Schall kann einfach nicht raus, und wird so lange hin und her geworfen, bis einem die Ohren abfallen. Dazu kommt noch, dass das nicht eben zarte Stimmchen von Fredericks Mama leider unüberhörbar ist, ebenso wie das ihres hoffnungsvollen Sprosses, der seit letztem Jahr mindestens fünf Wörter dazu gelernt hat, diese aber in sechsfacher Lautstärke vom letzten Jahr von sich zu geben pflegt. Und zwischen alledem schallt des Opas Stimme: „Nein, Frederick, nein, lass das, wenn du das kaputt machst, schimpft Opa, JETZT schimpft Opa, lass das, nein, Frederick, NEINNEINNEINNEINNEIN“ . Das Einzige, was mich beruhigt ist, dass ein zweites Kind derzeit nicht unterwegs ist.

Ich wüsste das.

Das Nix-los-Update

Gestern beschwere ich mich noch, dass nichts passiert, da passiert auch schon was. Wir scheinen nämlich heute nacht einen Übernachtungsgast gehabt zu haben. Ich hab es erst gemerkt, als gegen Vormittag im Wohnzimmer Blumentöpfe durch die Gegend flogen. Wir (die Hunde und ich) guckten dann mal nach. Auf einer der Fensterbänke saß ein Vogel und hatte total schlechte Laune, weil er mit den Federn an einer Gelbtafel kleben geblieben war – die auch eigentlich für Trauermücken da war, und nicht für Vögel. Ich habe mir schnell einen Ofenhandschuh geschnappt (ich hasse es, fremde Vögel anzufassen!) und habe so vorsichtig ich konnte die klebrige Pappe von dem armen Vogel abgezogen. Blöderweise hat er dabei vermutlich sehr viel von dem verloren, was bei Menschen die Brustbehaarung wäre. Seit heute vormittag fliegt bei uns also ein halbnackter Vogel durchs Dorf. Ich bin nicht mal sicher, was es für einer war – ich habe mich nicht damit aufgehalten, ihn zu fotografieren. Er sah ungefähr aus wie eine Schwalbe, nur in Grau. Der Beste aller Männer, den ich um Rat fragte, meinte nur, er habe keine Ahnung von Vögeln. Ich nehme das hiermit kopfschüttelnd zur Kenntnis.
Vielleicht war’s ein Mauersegler?

Die Hunde sind sauer auf mich. Nachdem sie den zehnten Spaziergänger von der Dachterrasse aus angemotzt haben („…meine Dachterrasse, wehe Du kommst hoch und klaust die, ich beiße Dich, außer Du hast ein Leckerli, aber sonst töte ich Dich bestimmt…“), habe ich sie – bei strahlendem Sonnenschein – in die Wohnung verbannt. Holly macht sich Sorgen (außer, dass die Dachterrasse geklaut werden könnte), dass da niemand mehr auf die Schildkröte aufpasst, die jetzt ganz alleine draußen rumwackeln muss, und Krümel macht sich Sorgen, ob sie jemals wieder was zu Fressen bekommt. Letzteres hat überhaupt nichts mit dem Stubenarrest zu tun. Darüber macht sie sich immer Sorgen.

Eben meldet sich mein Sohn. Er hat durch eine gnädige Fügung des Schicksals die unsäglichen Siebziger Jahre verpasst und lachte sich tot über die Bee Gees. Ich versuchte ihm zu erklären, dass man so singen MUSS, wenn man aus Modegründen gezwungen ist, sich die Testikel in der Jeanshose einzuklemmen, und dass das auch sehr praktisch gewesen sei, weil frau doch dann immer schon beim ersten Date wusste, was sie erwartete. Ich bin nicht sicher, ob er meiner Argumentation zustimmte (er hat noch nicht geantwortet), aber jedenfalls habe ich jetzt einen witzigen Ohrwurm.
Will jemand mitsingen???

Nix los…

Die Queen trägt seit ungefähr 80 Jahren immer die gleiche Nagellackfarbe.
Ich glaube, das ist eine für die meisten Menschen eher weniger wichtige Information, aber hier in unserem Dorf passiert nichts Spannenderes als das. Also, nicht dass die Queen ihren Nagellack HIER tragen würde, aber ich habe diese Information hier am PC gelesen und dachte, super, die Frau passt hierher. Hier hat sich seit ungefähr 80 Jahren auch nicht viel verändert. Na gut, einige Bäume sind dazu gekommen, einige andere verschwunden. Die jungen Menschen im Dorf heißen nicht mehr Karl-Heinz und Gerda, sondern Sarah-Sophie und Liam, und die Autos werden nicht mehr angekurbelt, sondern springen von alleine an, oder der ADAC steht vor der Tür. Aber sonst…
In ein paar Jahrzehnten werden alte Leute names Sarah-Sophie und Liam vor ihren Häusern in der Sonne sitzen und dem Mähroboter bei der Arbeit zuschauen. Irgendein Charles wird dann mal kurze Zeit König in England gewesen sein (andere Leute hören in dem Alter auf zu arbeiten…) und der langweilige Nagellack seiner Mama wird schon lange Geschichte sein.

Manchmal wünschte ich wirklich, ich wäre in der Lage, deutlichere Spuren in der Geschichte der Welt zu hinterlassen als Blogeinträge über Lieschen Windsors Nagellackfarbe zu schreiben. Aber ansonsten ist eigentlich alles ziemlich in Ordnung hier…

Das Handy, der Broccoli und ich

Ich liebe diese Überschrift. Da erwartet man doch gleich, dass der Autor irgendwas Tolles zu diesen Themen zu sagen hat. Leider muss ich zuerst von einem Thema berichten, das in der Überschrift aus Platzgründen nicht auftaucht: Die Spiderwick-Geheimnisse nämlich. Die habe ich nämlich gestern über Kleinanzeigen bekommen, in ganz neu und zu einem super Preis, und zwar die Bände eins bis sieben. Ich liebe diese Geschichten, besaß sie aber nie selber. Jetzt aber! Das ist so die Sorte Geschichten, bei denen ich mich ärgere, dass ich sie nicht vor den Autoren geschrieben habe. Der Verkäufer war ein Mann in ungefähr meinem Alter (was ja nicht mehr so GANZ jung ist) – und es stellte sich heraus, dass wir den absolut gleichen Geschmack bei Kinder-, Jugend- und sonstigen -büchern haben. Weshalb wir auch nach erfolgter Buchübergabe noch ewig lange im Hausflur über die Vor- und Nachteile von Narnia, dem Herrn der Ringe und dem Goldenen Kompass diskutierten. Dieweil der Beste aller Männer im Auto auf mich wartete und sich vermutlich fragte, ob ich gleich im Hausflur angefangen habe, die Bücher zu lesen.

So, jetzt also das Handy: Habt ihr auch solche Freude an der Autokorrektur eures Handys? Ich finde großartig, was das Handy teilweise so vorschlägt. Da will man jemanden ganz harmlos fragen: „Wie ist das Wetter bei euch?“ und das Handy grübelt kurz und sagt dann: „Okay, ‚wie‘ ist ja noch ganz in Ordnung, aber aus ‚ist‘ könnte man zum Beispiel auch ‚Istanbul‘ machen, das ist doch fast das Gleiche, klingt aber irgendwie viel cooler. Und ehe man sich versieht, steht da, vorgeschlagen vom Handy: „Wie Istanbul zu Hause kommt auch noch ein paar Stunden in der Küche“. Es gibt nur wenige Menschen, denen man mit einem solchen Satz eine Freude machen kann. Heute bekam ich allerdings auf die Information: „Preis bekommt man drei Wochen lang“ die Antwort: „Drei Jahre später wieder zu Hause in der Stadt: die Kinder des Herrn des Lebens von den alten Menschen in der Nähe“. Das kommt mir doch enorm tiefschürfend vor.
Übrigens hat mein Handy zwar den extrem seltenen Namen meines jüngsten Sohnes gelernt, nicht aber, dass wir eine Corona-Pandemie haben. Es schlägt immer noch vor, ich solle mich vor Corinna mit Masken schützen.

Jetzt fehlt nur noch der Broccoli.

Guten Appetit!

Der Gödel, der Schlingel

Eben lese ich einen Bericht über Gödels Unvollständigkeitssätze. Spannende Sache. Solche Sätze wie „Die Aussage G lässt sich nicht beweisen“ können einen schon durcheinander bringen, denn natürlich sind sie sowohl wahr als auch falsch (als Kind hieß sowas bei uns: „Ich lüge jetzt“). Nach sechs Minuten Lesedauer sowie 34 Minuten zusätzlich, in denen man versucht zu verstehen, was einem der Autor da eigentlich erzählen will, weiß man möglicherweise tatsächlich nicht mehr genau, wo oben und unten ist. Geschweige denn, was G eigentlich von einem will. Deshalb dann vermutlich die passende Werbung, von einem liebevoll sorgenden Bot ausgesucht und darunter platziert:

Erscheint Ihnen das Leben sinnlos oder Ihre Not ausweglos? Haben Sie keine Hoffnung mehr? Dann wenden Sie sich bitte an Anlaufstellen, die Menschen in Krisensituationen helfen können…

Ich war dabei!

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot ausging vom statistischen Bundesamt, dass ganz Deutschland geschätzt würde. Und diese Schätzung war nicht die erste, oh nein, denn bereits seit den fünfziger Jahren versucht man verzweifelt herauszufinden, wie viele Menschen in Deutschland leben. Aber diese Schätzung war MEINE erste, und sie begab sich im Jahre 1987.
Boah, ich kann mich noch erinnern, wie sich die Leute aufregten. Es wurde nach Schulabschluss gefragt und nach Wohnfläche und Anzahl der Autos, und böse Zungen behaupteten, dass auch Kinderkrankheiten und sexuelle Vorlieben abgefragt würden. Wurden sie nicht. Hätte aber keinen gewundert.
Warum ich nun gerade ausgewählt wurde, den ausschwärmenden Volkszählern Rede und Antwort zu stehen, war mir nie so ganz klar, aber da knapp jeder Zehnte befragt wurde, war das wohl nur Zufall. Ein ziemlicher Zufall.

Dann begab es sich im Jahre 2011, dass wieder gezählt wurde. Der Aufschrei der Bürger, die Angst hatten, dass ihre persönlichsten Daten jedem zugänglich gemacht wurden, war viel geringer als beim letzten Mal. Schließlich besaß so ziemlich jeder Bürger die tolle Kundenkarte des örtlichen Drogeriemarktes; jeder bekam den Newsletter des Kaufhauses am Markt mit den besten Angeboten und jeder, wirklich jeder Bürger, hatte Probleme mit entweder seiner Sexualität oder seinen Finanzen und bekam deshalb gutgemeinte Post in sein Emailpostfach, in der ihm wahlweise eine Penisverlängerung oder aber die Möglichkeit geboten wurde, sein Gehalt durch die Unterstützung eines kleinen, südafrikanischen Landes aufzubessern. Dass niemand von diesem Land je gehört hatte, beseitigte gleich ein weiteres Problem – mangelnde Erdkundekenntnisse. Jedenfalls hatte man selbst längst genug dafür getan, gläsern zu werden, und so waren die Fragen nach Schuhgröße, Migrationshintergrund und Anzahl der funktionierenden Toiletten kein großer Schock mehr. Erstaunt war ich nur darüber, dass es von „jedem Zehnten“ wieder mich erwischte. War ich so besonders, dass man auf MEINE Schuhgröße nicht verzichten konnte?

Wir befinden uns im Jahre 2022 nach Christus. Ganz Deutschland wird von den Volkszählern nach Essensvorlieben, Quadratmeterzahl (der Wohnung. Nicht von einem selber… hoffe ich zumindest) und Anzahl der probiotischen Darmbakterien im… wo auch immer… befragt. Ganz Deutschland? Neee, nur jeder zehnte. Und dabei hat das im Jahre 2011 schon nicht geklappt. Hamburg hatte plötzlich laut der Zählung über 80.000 Einwohner verloren (die aber aus irgendwelchen Gründen noch alle Steuern bezahlten). In Flensburg gingen ungefähr dreihundert Kinder verloren (die aber trotzdem regelmäßig die Kindergärten besuchten) und der kleine Ort Schwarzenbek besaß kein Haus, in dem mehr als 110 Leute wohnten. Außer man ging zu dem einen Hochhaus, ließ die Leute antreten und zählte per Hand nach. Da waren es dann 137…
Ach ja, und wieder bin ich es, die befragt wird. Langsam kommt mir der Gedanke, dass ich gar nichts Besonderes bin, sondern so schrecklich durchschnittlich, dass ich einfach an jedem Zensus teilnehmen MUSS, um die schlimmsten Fehler zu begradigen.

Eine Geschichte aus dem Jahre 2011 hat mir besonders gefallen. Eine Volkszählerin stand vor der Tür einer türkischen Familie. Papa war nicht da, Mama sprach kein Deutsch, also erklärte sich der zehnjährige Sohn der Familie bereit, zu antworten. Man kämpfte sich durch den Wust an Fragen und kam dann zu: welchen Schulabschluss haben die Eltern. Der Junge war sich nicht sicher. Wie auch. Man einigte sich dann auf einen Schulabschluss, der beiden – der Volkszählerin und dem Jungen – gut gefiel.

Möglicherweise… möglicherweise nur… kann an der Ausführung der Volkszählung noch etwas gearbeitet werden.
Aber sonst ist das sicher eine ganz tolle und sehr aussagekräftige Sache…

Feiertag

Heute war Weltschildkrötentag. Ich hab’s der Schildkröte erzählt, aber sie war nur mäßig begeistert. Statt zu feiern hat sie gefressen, ist durch die Gegend gerannt und hat sich dann wieder schlafen gelegt. „Schlafen legen“ bedeutet bei einer Schildkröte, dass der Panzer unten nicht einen halben Zentimeter über dem Boden schwebt, sondern direkt auf dem Boden aufliegt. „Rennen“ wiederum bedeutet, dass man nicht bei jedem Schritt nachdenkt, ob man noch in der richtigen Richtung unterwegs ist, ob es nicht vielleicht was zu fressen gibt und ob man bei der letzten Wahl auch das Richtige gewählt hat. Sondern höchstens bei jedem zweiten Schritt.
Ich bin ja gar nicht so sicher, was am Weltschildkrötentag genau gefeiert wird. Die Fähigkeit, selbst in einem Panzer noch irgendwie süß auszusehen? Mein Onkel war bei der Bundeswehr und der hat das nie geschafft. Oder die Tatsache, dass Schildkröten auf absolut unnachahmlich knuddelige Art und ohne jegliches Gift Unkraut reduzieren? Möglicherweise, dass sie „winzige Äugeleine“ haben. Sagt mein Enkel. Der hat nämlich das Gedicht von der „Schildkröt“ aufgesagt, und sein Papa hat mir das Video geschickt. Sie haben auch „krumme Beine“ und „Panza hart wie ‚teine“, sagt mein Enkel, und der muss es wissen. Das alles ist doch sicher feierwürdig. Ich frage mich ja nur, ob das Ganze in Englisch der Tortoise-day oder der Turtle-Day ist. Auf Englisch ist das ein Unterschied. Google? Hallo Google???

…..ah. Es ist der Turtle-Day, aber die „American Tortoise Rescue“-Gesellschaft hat das Ganze initiiert. Versteh ich nicht. Muss ich wohl auch nicht. Vielleicht sind die einfach nur grenzüberschreitend tätig, die Wasserschildkröten-Retter, und denken sich, so ein paar Landschildkröten kann man dann ja mal gleich mit retten. Schadet ja nicht.

Nachdem wir nun wissen, was wir heute verpasst haben, wollte ich noch mitteilen, welcher Feiertag morgen ist, aber das war gar nicht so einfach. Freund Google beschränkte sich darauf, mir mitzuteilen, dass morgen kein gesetzlicher Feiertag sei. Ich überlegte kurz, ob ich nach „ungesetzlichen“ Feiertagen suchen sollte, kam dann aber doch drauf, dass das Wort „inoffiziell“ vielleicht besser passt. Für den vierundzwanzigsten Mai rückt Google dann auch gleich mehrere wunderbare inoffizielle Feiertage raus. Ich habe mich dafür entschieden, morgen den in Deutschland gefeierten Iss-eine-Kiwi-Tag zu zelebrieren.
Ich wünschte nur, ich hätte vorher davon erfahren. Dann hätte ich heute schon eine Kiwi auf Vorrat gekauft. Morgen, wenn alle Welt den Iss-eine-Kiwi-Tag feiert, sind die Dinger bestimmt genauso ausverkauft wie Rapsöl und Mehl (am „Trink-einen-Liter-Rapsöl-und-friss-dazu-eine-Packung-Weizenmehl-Tag„).

Bin ich froh, dass ich wenigstens eine Schildkröte auf Vorrat hier hatte…

Gemeinsames Sonnenbad
(Chillkröte, Chilldogge und Chillhuahua)