Aaaaalso…

…ich finde ja, dass die Amazon-Bewerter schon irgendwie ein eigenartiger Menschenschlag sind. Die Begründungen, warum sie von den fünf möglichen zu vergebenen Sternen einen (oder mehrere) abziehen, erscheinen zumindest mir manchmal kurios. Mein Bruder beispielsweise, der seine Fantasy-Romanreihe unter der Rubrik „Fantasy“ veröffentlichte, bekam einen Stern Abzug, denn seine Geschichten seien ja ein bisschen sehr „Fantasy“. Öhm… ja. Genau. Auch dass meine Kinderbücher, die in eben jener Rubrik veröffentlicht wurden, für Kinder geschrieben wurden und nicht für Erwachsene, kam bei einigen Leuten nicht besonders gut an.

Gerade habe ich mich in ein mit Wasser gefülltes Kopfkissen verliebt. Die Dinger sind so praktisch; man kann sie auf beliebige Höhe einstellen und mithilfe der Wasserfüllung auch den Härtegrad variieren. Das kann natürlich gegen Nackenschmerzen helfen.

„Hilft super gegen Nackenschmerzen“, schreiben dann auch ein paar der Rezensenten und vergeben alle 5 Sterne. Andere loben die saubere Verarbeitung des Kissens und einer schreibt sogar, er habe gleich noch eins für seine Frau bestellt. Klingt doch nach einer Kaufempfehlung, oder? (Es sei denn natürlich, er mag seine Frau nicht besonders, aber darüber hat er sich nicht ausgelassen.)

Aber dann las ich die kritischen Kommentare. Da beschwerte sich einer, dass ein Kissen, in welches man 4 Liter Wasser einfüllt, plötzlich viel schwerer sei als ein normales Federkissen, und zog kräftig Sterne dafür ab. Ein anderer bemerkte sogar, dass man, wenn man beim Wassereinfüllen daneben plätschert, das ganze Kissen nass macht und belohnte diese Tatsache ebenfalls mit einem Sternabzug. Und eine Rezensentin fand es unhaltbar, dass die Einfüllöffnung auf der Unterseite des Kissens sei, da sie doch immer mit dem Arm unter dem Kissen schlafe, und das würde dann drücken. Meine Lieblingsrezension lautete aber „Das gluckert ja, so kann man aber nicht schlafen…“

Ich habe dieses Kissen geschenkt bekommen. ich freue mich wie ein Schneekönig darüber. Wenn man es richtig befüllt, gluckert es kaum und wird auch nicht nass, und da ich es nachts nicht mit mir herumtrage, ist es mir auch egal, wieviel Kilo ein Liter Wasser genau wiegt (würde ich das Kissen mit Quecksilber befüllen wäre das schon problematischer. Das wiegt ca. 13 mal mehr als Wasser. Ich schreibe diese Information hier nur für den einen – neuen – Leser, der schon seit Jahren findet, dass ich ein Klugscheißer bin. Ich will ihn keinesfalls enttäuschen!). Und gegen Nackenschmerzen hilft mein schönes neues Kissen auch, das habe ich ausprobiert. Ich würde ja gerne eine Rezension schreiben, aber da das Kissen ein Geschenk war, ist das leider nicht möglich. Ich denke aber, ich habe eine Lösung gefunden. Derjenige, der es mir geschenkt hat, kann schreiben:

Es ist ein tolles Kissen und super verarbeitet. Es hilft auch tatsächlich gegen Nackenschmerzen. Nur habe ich es leider verschenkt, und deshalb hilft es MIR kein bisschen.“

– und dann kann er kräftig Punkte abziehen…

Ich schwöre, wenn ich Übung!

Aaaaalso… ich steh ja auf so Steampunk-Klamotten, wenn ich auch selten einen Grund dafür finde, sowas anzuziehen. Zum Abfallrausbringen vielleicht. Oder zum Fensterputzen, da macht sich sowas ganz gut. Aber sonst?
Die Beschreibung dieser Korsage bei Ebay jedenfalls lässt vermuten, dass man solcherart Kleidung auch in der Turnhalle anziehen kann – wenn man dann postpartale sein will.
Und Zwerchfell.
Und so.
Da kaufte eine doch gleich zwei…

Corsage

Schwer beschäftigt!

Ich bin gerade wahnsinnig kreativ. Google hat ein „Spiel“ namens „Quickdraw with Google“. Es nennt einem einen Begriff und man malt diesen Begriff dann, und Google versucht zu raten. Angeblich wird Google dabei immer besser – ich aber auch.

Malen

Ist mein Pinguin nicht entzückend? Google hat ihn leider geraten, bevor ich ihn mit einem vernünftigen Gesicht ausstatten konnte.

Macht total Spaß, auch wenn ich immer noch Schwierigkeiten habe „Ocean“ zu malen. Google tippte auf „Fliegende Untertasse“…

Hier der Link, falls ihr auch ein bisschen rumsuchten wollt:

Quick, Draw!

So sei es.

Mein Sohn schlurft verschlafen ins Badezimmer.
„Hallo Mama“, sagt er, und dann: „Hallo Google“. Immerhin begrüßt er mich zuerst.
„Wetter Hamburg“, spricht er sodann in sein Handy (eben jenes Gerät, bei dem er schon den Hallo-Google-Gruß losgeworden ist). Seine Freundin Google (es muss ein Mädchen sein, ich höre es an der Stimme!) teilt ihm fröhlich mit, dass sich die Firma Wecker-Baustoffe tatsächlich in Hamburg befindet. Der Sohn guckt seinen kleinen Zauberkasten etwas befremdet an und versucht es noch einmal: „Wetter… Hamburg!“
„Jo“, sagt Freundin Google, „Wecker-Baustoffe befindet sich immer noch in Hamburg, das hat sich seit Deiner letzten Anfrage auch nicht geändert.“
„Willst du nicht vielleicht“, wage ich einzuwerfen, weil ich mir Sorgen um die guten Beziehungen zwischen dem Kind und seiner Freundin Google mache, „einfach die Zahnklammer rausnehmen? Vielleicht versteht sie dich dann besser.“
Das tut das Kind dann auch, und Freundin Google teilt ihm flugs mit, dass das Wetter in Hamburg kalt, aber nicht hoffnungslos sei.
„Du hättest, um das herauszufinden, auch einfach aus dem Fenster gucken können“, sagte ich. Das Kind würdigt mich keines Blickes. Solch altmodischer Kram ist wohl unter seiner Würde.
„Neulich“, erzähle ich im Plauderton und schmiere mir Zahnpasta auf die Zahnbürste, „traf ich ein Ehepaar beim Einkaufen. Der Mann fummelte an seinem Handy herum und behauptete, das Wetter sei beschissen. Die Frau und ich guckten uns verwirrt an – durch die großen Fenster drang strahlender Sonnenschein. ‚Meine App sagt das aber‘, erklärte der Mann stur.“
„Keine Ahnung, was du damit sagen willst“, nuschelt das Kind, und ich denke, dass der Warnhinweis von meinem Navi vielleicht auch für Google gelten sollte. Mein Navi meint nämlich, bevor man es benutzt: „He, ich sag dir zwar, wo du lang musst, aber es wäre ganz sinnvoll, dich nicht in jedem Fall daran zu halten, ich spinne tatsächlich manchmal.“
Ich fürchte aber, das Kind wird gleich Sommersachen anziehen. Schließlich ist das Wetter laut Google ja nicht hoffnungslos. Und das, obwohl es gerade anfängt zu regnen, ich kann es sehen, wenn ich aus dem Fenster gucke…

„Weißt Du noch…“

Die meisten Menschen können sich nur sehr verschwommen an ihre Kindheit erinnern; allenfalls in „Screenshots“ stehen ihnen bestimmte Ereignisse vor Augen, wie Fotos in einem Fotoalbum (und selbst da streiten sich die Wissenschaftler, ob ihnen diese Geschichten nicht erzählt worden sind, weil sie sie eigentlich, nach allem, was sie so höchstwissenschaftlich erforscht haben, längst hätten vergessen sollen).
Natürlich gibt es Ausnahmen. Ich zum Beispiel bin so eine. Ich erinnere mich beinahe minutiös an mein Leben als Kind. Ich kann die Grundrisse meiner Kinderzimmer zeichnen, in denen ich gewohnt habe (und aus dem ersten bin ich weggezogen, als ich zwei Jahre alt war, aber ich weiß noch, wo mein Bett stand, wo der Ofen war, die Zimmertür und das Fenster), ich erinnere mich an Töpfchentraining (und daran, wie die Geschichte einmal schief ging, als Oma mich, verschlafen wie sie war, nachts versehentlich MIT Unterhose auf meinen Topf setzte) und meine gesamte Kindergarten- und Grundschulzeit ist abrufbar in meinem Kopf (inklusive des Satzes, der damals in der zweiten Klasse gewonnen hat, als wir Sätze mit möglichst vielen „dass“ und „das“ formen sollten).
Wenn ich heute Bekannte aus dieser Zeit treffe, bin ich immer schon froh, wenn die wissen, wer ich bin. Damit, dass sie sich an unsere gemeinsame Klassenreise in der Dritten erinnern (geschweige denn an den Gewinner-dass-Satz) rechne ich gar nicht.

Am letzten Sonntag traf ich mich mit einer Freundin aus Kindertagen. Wir haben uns aus den Augen verloren, als wir ungefähr 14 waren, aber dank des Internet haben wir wieder zueinander gefunden.
Es war verkaufsoffener Sonntag, also haben wir zusammen eingekauft, haben Kaffee getrunken (nein, Kakao. Ich mag keinen Kaffee) und sind spazieren gegangen. Später dann entschlossen wir uns, doch noch schnell mal italienisch zu essen. Weil uns so war.
Es war großartig. Wir haben uns erzählt, wie es uns in all der Zeit ergangen ist, was wir so gemacht haben und was wir jetzt tun, und zwischendurch immer wieder dieses „Weißt Du noch? Weißt Du noch, damals?
Und das Erstaunliche ist – sie wusste es wirklich noch.

„Erinnerst du dich, dass wir mal zusammen meine Oma besucht haben?“, fragte ich.
„Ach ja, stimmt ja“, sagte sie. „Damals gab es gebratene Fleischwurst zum Mittag. Sowas kannte ich gar nicht. Das war toll.“
Das war toll – und das ist es immer noch. Ich hätte nie gedacht, dass ich einen Menschen finde, der in meinem Alter ist und sich an gebratene Fleischwurst erinnert, die er gegessen hat, als wir sieben Jahre alt waren.

Am 22. April ist hier in Hamburg die Nacht der Museen. Wir haben uns gestern verabredet, uns die Nacht einfach mal zusammen zu gönnen. Ich freue mich schon sehr darauf. Und mal gucken, was wir noch so alles noch wissen

Frühling

Ich dachte, der kleine Apfelbaum, der im Kübel auf meinem Balkon steht, sei im Winter erfroren. Während alle anderen Pflanzen langsam austrieben, blieb er braun und vertrocknet.
Aber heute habe ich gesehen, dass er winzige grüne Triebe bekommen hat.
In diesem Jahr wird er leben.
Ich beneide ihn.

Morgengespräche

Seit einigen Nächten schlafe ich endlich wieder mit offenem Fenster. Heute morgen war das keine gute Idee. Ich wurde ziemlich unsanft geweckt, und zwar von meinem Nachbarn, der sich, wenn ich das richtig verstanden habe, (und es war schwer, das zu überhören, selbst als ich mir die Decke über den Kopf zog) mitten auf der Straße mit einerm Hamdwerker wegen eines Wasserrohrbruches stritt. Das klang ungefähr so:
„…haben Sie da eindeutig abgezweigt…“
„…ich sag Ihnen doch…“
„…kann man aber ohne jeden Zweifel sehen…“
„…schon seit 1957…“
„…die alten Kupferrohre…“
„…aber das Wasser kommt DA RAUS…“
Na, und so weiter. Es war jedenfalls laut und nervig. Früher, als mein Schlafzimmer nicht zur Straße, sondern noch zum Garten lag, wurde ich von Vogelgezwitscher geweckt. Irgendwie klang das viel schöner, auch wenn es vielleicht gar nicht schöner war. Bestimmt lautete der eigentliche Vogeltext, den sich die Amseln um die Ohren schmissen, ungefähr so:
„…haben Sie, Frau Amsel, eideutig meinen Ast geklaut…“
„…hatten wir schon letztes Jahr, und außerdem…“
„…in Paragraph 47 Absatz 4 steht explizit formuliert, dass der Nestbau von…“
„…hat ihre Frau neulich dafür auch meinen Wurm…“
Und so weiter, und so fort.
Irgendwie scheinen Streitereien wirklich melodischer zu klingen, wenn man keine Ahnung hat, was die Kontrahenten sich da genau erzählen. Ich warte auf den Tag, an dem sich vor meinem Fenster zwei Klingonen streiten, und überprüfe diese Theorie…