Bunt

Wenn’s mir nicht so gut geht, dann albere ich lieber mit Farben herum als mit Worten. Heute hab ich mit richtig VIEL Farbe rumgealbert. Das ist das Ergebnis:

Noch nicht perfekt, aber gefällt mir irgendwie. So für’s erste Mal. Auch wenn es fürchterlicher Schweinkram ist (aber das war ja auch eigentlich der Zweck der Übung – fürchterlichen Schweinkram zu machen!).

Ich glaube, mein Malstil wird das eher nicht, aber bringt totzdem Spaß.

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Der Januar…

…ist voller Geburtstage. ALLE haben im Januar Geburtstag. Außer denen, die im August Geburtstag haben. Und im März und November und so. Aber sonst wirklich alle.

Hier ein paar nachträgliche Glückwünsche an Richard (21.Januar), meinen Sohn, der hier nicht mitliest (daher auch kein Link), Annette von Droste Hülshoff, die nicht mehr lebt (auch kein Link) und Chris, der gestern wirklich uralt geworden ist, und das von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet. Was ich blöd finde. Man KANN nicht so alt werden, ohne Glückwünsche zu bekommen, also, falls jemand diesen Chris-Link anklicken möchte und ein paar Blumen, weiße Kaninchen oder Glückwünsche dalassen möchte, nur zu.

Bei Blog.de war’s echt einfacher, jemanden zu beglückwünschen. Ich vermisse das gerade mal wieder.

Übrigens ist der Februar auch toll für Geburtstage. Probiere ich seit Jahren aus, und klappt prima. 🙂

Choreographie

Gestern fragte mich meine Kollegin, wie man einen runden Zopf aus vier Strähnen flicht. Ich versuchte es ihr zu beschreiben:
Man teilt die Haare in vier Abteilungen, nimmt eine der äußeren Strähnen, führt sie unten durch bis zur vorletzten auf der anderen Seite und schlägt sie über die vorletzte, so dass die beiden in der Mitte verdreht sind und die eben noch erste jetzt auf Position zwei ist. Dann macht man dasselbe spiegelverkehrt mit der anderen Seite. Und so weiter. 
Meine Kollegin reagierte leicht überfordert. Dabei ist das nun wirklich nicht so schwer – es ist exakt das, was auch meine Hunde mit ihren Leinen machen, wenn wir zusammen Gassi gehen. Und wenn sieben Wochen alte Bulldoggen das begreifen, dann doch wohl sie erst recht…
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Puppy-News

Eigentlich würde ich ja gerne etwas schreiben, aber… aaaaaber…

…ich habe ja eigentlich in diesem Blog meistens über das geschrieben, was wirklich passierte, und im Moment passiert hier wenig außer Welpen. Die aber dafür geballt. Meine Gedanken kreisen um Futter und Knuddeln und Pipi-Training – nun, nicht, dass man ihnen das Pipimachen antrainieren müsste. Sie tun es von ganz alleine. Dauernd. Viel. Dorthin, wo sie nicht sollen. Weshalb einer meiner anderen Gedanken einem Schwamm und dem Allzweckreiniger (Duftnote „Lavendel“) gilt. Oder dem Wunsch, mit diesen vierbeinigen Ausscheidungsmaschinen endlich mal Gassi gehen zu können.

Ist ja nur blöd, dass wir Winter haben. Die Sorte Winter, bei der es nicht weiß ist, sondern nass. Also muss man den Moment erwischen, wo es nicht wie aus Kübeln schüttet. Dann die Welpen in ihre Pullover packen. Was sie hassen. Welpen in Pullover stopfen ist doof. Eigentlich ist es ja gar nicht sooo kalt. Wir – also die Welpen, ich nicht unbedingt – beschließen, dass man auch ohne Pullover ganz gut Gassi gehen kann. Wir sind ja auch nicht so lange draußen. Also die Geschirre an. Erst eins, dann das zweite. Während ich Geschirr zwei anziehe, versucht Welpe eins sich von Geschirr eins zu befreien. Ich muss mich beeilen, bevor das kleine Monster den Trick rausbekommt. Dann beide Welpen unter den Arm klemmen (was bin ich dankbar, dass es nur zwei sind. Ich weiß, dass ihre arme Mami auch Würfe mit bis zu neun Welpen hatte!), Treppe runter (alleine können sie das, im Gegensatz zu ihrer Mama, noch nicht), absetzen. Während ich ihre Mutter „anziehe“ (also, Halsband und Leine ran) wühlen sie in der Küche herum. Man hört lautes Schmatzen. Ich will gar nicht wissen, wieso. Ich rufe: „Babyyyyyyys!“ und sie kommen angehoppelt. Dann alle drei Leinen in die Hand, Haustür auf und… es regnet. Schon wieder. Ich will jetzt aber raus, nach all der Vorarbeit, also drei Schritte nach draußen gemacht. Baby eins setzt sich auf den Hintern, guckt mich vorwurfsvoll an und fängt theatralisch an zu weinen. Baby zwei sprintet unter Mamas ausladenden Busen und hat es da kuschelig warm. Jetzt guckt Mama mich vorwurfsvoll an. He, das sind Deine Babys. Du hast es Dir eingebrockt. Das findet sie aber gar nicht. Die komischen Dinger kommen immer und immer wieder aus ihr raus, sie weiß gar nicht, wieso… schließlich pinkeln Mama und Baby eins schon im Vorgarten völlig synchron und dann gebe ich auf und gehe wieder rein. Trockne nasse Hunde ab und entferne die Geschirre und trage die Welpen wieder nach oben. Wo sich Baby zwei hinsetzt und das macht, was sie eben im Vorgarten nicht gemacht hat. Und ich greife wieder nach dem Schwamm und dem Reiniger („Lavendel“!).

Eine halbe Stunde… wofür? Naja, immerhin kann man nach all der Aufregung gut schlafen…

Heute kam Besuch. Zwei Teenager-Mädchen, die, altersgemäß, Hundebabys einfach nur süß finden. Ich drückte jeder von ihnen ein Baby samt Leine in die Hand, nahm selbst deren Mama an die Leine und wir gingen Gassi. „Das geht ja super“, meinten die beiden. Äh… ja. Wird. Wir schaffen das.

schlafen2

Buchstabensalat

Eben fuhr ein Auto vor mir her, auf dessen Rückseite Werbung stand. Ist sicher eine feine Sache, aber leider war eines der „N“ verschwunden, so dass das Auto Werbung für „HÄUSLICHE KRAKENPFLEGE“ machte. Natürlich begann ich mir sofort Sorgen zu machen. Was für Probleme haben die armen Kraken? Wie pflegt man sie am besten? Und rentiert sich so ein Geschäftsmodell in einer so krakenlosen Stadt wie Hamburg überhaupt?
Ich habe versucht, die aktuellen Krakenzahlen zu bekommen, aber bis auf ein paar einsame Octopoda in Hagenbecks Tierpark (Abteilung Tropen-Aquarium) habe ich nichts eindeutiges gefunden. Und die sind, soweit ich weiß, gesund.

Neulich hat mich beim Lesen eines Fußballartikels allerdings auch schon mal ein Buchstabe zuviel durcheinander gebracht. Einem Jungstürmer würde eine exzellente Ball-Kontrolle bescheinigt. In einem Wort allerdings. Ballkontrolle. Was mein Gehirn daraus machte war: Balkon-Trolle. In einem Wort.

Hier eins der raren Bilder, die von Balkontrollen existieren:

Freches Eichhrnchen
(Sciurus Trollus Balkonus in seinem natürlichen Lebensraum. Im Begriff, eine Hollywoodschaukel zu zerstören. Fotografiert durch die Fensterscheibe)

Gar keine Weihnachtsgeschichte

Es hätte eine Weihnachtsgeschichte werden können, damals, als die Geschichte anfing. Obwohl sie gar nicht schön anfing. Aber das tun Weihnachtsgeschichten ja eigentlich selten. Einsames Paar, das keine Herberge findet und so, man kennt das ja.
Damals – ich erinnere mich, dass es recht kalt war – erzählten mir meine Kinder, dass der Obdachlose, der immer mit seiner Gitarre in der Tunnelunterführung am Markt stand und sang, von irgendwem zusammengeschlagen worden sei. Ich war genauso entsetzt wie meine Kinder. Gut, der Mann konnte überhaupt nicht singen, geschweige denn Gitarre spielen. Er schrammelte immer dieselben zwei Akkorde auf seiner ungestimmten Gitarre und sang dann sämtliche Lieder, die er im Repertoire hatte, mit nur zwei Tönen. Sein „Hallelujah“ klang weniger, als würde er irgendwas preisen, sondern vielmehr nach dem, was es war – eine Anklage an die Welt, die ihn, das einst hoffnungsvolle Menschenkind, aus der Gesellschaft ausgestoßen hatte. Viel Geld hat er nicht verdient, der Mann, und ich gebe zu, dass ich ihm auch nicht gerne zuhörte. Niemand tat das. Aber ihn zusammen zu schlagen? Er tat mir von Herzen leid. Immer wieder sah ich in der Folgezeit im Tunnel nach, aber da war er nicht mehr. Vielleicht hatte er Angst bekommen.

Wenige Wochen später ging ich durch eines der Einkaufszentren unserer Stadt, etwas entfernt von meinem Stadtteil, als ich plötzlich eine altbekannte Stimme hörte, zwei Töne nur, dünn und zitterig: „Hallelujah“. Wie elektrisiert drehte ich mich um – und mir traten die Tränen in die Augen. Ja, das war er. Aber wie sah er aus! Ungepflegt war er immer gewesen, aber jetzt war er am Ende. Die Prellungen von seinen Misshandlungen waren noch gut zu sehen, einige Schnitte noch notdürftig mit irgendwas verbunden, was wohl mal ein Pflaster gewesen war und die Jacke – nach der ganzen Zeit – immer noch blutbefleckt. Am schlimmsten aber traf mich der Anblick seiner Gitarre. Auch die, das einzige Besitztum des Mannes, hatten die Kriminellen zergeschlagen. Sie war nicht mehr zu retten gewesen – aber der Obdachlose hatte es trotzdem versucht. Mit Metern von Klebeband hatte er sich bemüht, die Bruchstücke zusammen zu kleben. Sein „Hallelujah“, das immer schon traurig geklungen hatte, klang jetzt völlig trostlos. Nicht das Leben hatte ihm das angetan, es waren die Menschen gewesen.
Ich fuhr nach Hause und mir liefen die Tränen über das Gesicht. Weinend suchte ich im Keller nach einer meiner beiden Gitarren. Ein Freund hatte sie mir mal auf dem Flohmarkt gekauft und man hatte sie nie vernünftig stimmen können, aber ich glaubte nicht, dass das den Obdachlosen stören würde. Seine musikalischen Fähigkeiten waren ohnehin eher begrenzt. Dann fuhr ich zurück zum Einkaufszentrum.

Bis zu diesem Zeitpunkt hätte es noch eine Weihnachtsgeschichte werden können, aber – der Obdachlose war fort. Ich fragte die Verkäufer der Geschäfte, aber keiner wusste, wo er hingegangen war.

Ich denke kaum noch an ihn. Der Tunnel am Markt wurde umgebaut und sieht jetzt gar nicht mehr so aus wie damals, als er da stand und den Menschen seine traurigen zwei Töne vorsang, in der Hoffnung auf ein wenig Beachtung, ein wenig Geld. Und eigentlich bin ich froh, nicht mehr so oft an ihn denken zu müssen. Es macht mich immer noch traurig.

Und dann ging ich am letzten Donnerstag über den Weihnachtsmarkt in der Hamburger Innenstadt, als ich es plötzlich hörte: „Hallelujah!“ Ich drehte mich langsam um. Nein. Er war es nicht. Er sah ihm tatsächlich verblüffend ähnlich, dieser Mann, aber er trug einen warmen sauberen Mantel und hatte eine leuchtend rote – heile – Gitarre bei sich. Und sein „Hallelujah“ bestand aus mehr als nur zwei Tönen – es war kräftig und wohlklingend. Ganz kurz trafen sich unsere Blicke, dann pries er weiter die Geburt von Gottes Sohn, sang von der Liebe der Menschen untereinander und vom Frieden auf Erden: „Hallelujah!“. Nein, das war er wirklich nicht. Aber wenn Wünsche in Erfüllung gehen könnten, wenn ein Wunsch, ein einziger nur, den man sich von ganzem Herzen wünscht, in Erfüllung gehen könnte, dann wäre er es gewesen.

Ich hoffe, es geht ihm gut, wo auch immer er sein mag.

Wow…

…da hab ich doch eben einen Leser verloren, der sich darüber beschwerte, dass ich keine „heimlichen“ Leser mögen würde. Noch mal zum Mitschreiben: Nein, ich habe keine Probleme mit „heimlichen“ Mitlesern. Aber ich freue mich, wenn mal jemand „Hallo“ sagt. Oder: „He, den Text mochte ich jetzt leiden, aber im letzten, da hast du zu viele Kommafehler gemacht“.
Schreiben kann eine sehr, sehr langweilige Sache sein. Man sitzt für sich in seinem Zimmer, im besten Fall ohne menschliche Störungen – aber eben auch ziemlich alleine – und je nach Gusto versucht man, herauszufinden, worüber irgendwer in dieser Welt irgendwas lesen möchte, oder man schreibt einfach so vor sich hin. Und dann traut man sich vielleicht mal in die Öffentlichkeit mit seinen Texten. Wenn man gleich zu Anfang Pech hat, interessiert sich kein Mensch dafür und das hoffnungsvolle Talent verschwindet wieder in der Versenkung. Vielleicht versucht man es stattdessen mit Filethäkelei oder Origami.
Ich hatte Glück. Bei mir gab es immer jemanden, der sagte, ja, schreib weiter, ich mag deine Texte. Das ist es, wofür man bloggt. Dieses kleine „Ja, schreib weiter“. Die anderen Texte, die, auf die ich keine Antwort brauche, die sind natürlich hier. Vielleicht wird mir immer der Mut fehlen, sie zu veröffentlichen. Vielleicht sind sie auch einfach zu schlecht. Wer weiß das schon. Ist auch nicht wichtig; ich habe die nicht für irgendeine Aufmerksamkeit oder Applaus geschrieben. Nur beim Bloggen, da ist es schön, wenn man von den anderen mal was hört. Damit man weiß, dass man es richtig gemacht hat.
Naja…
…bis auf die Kommafehler eben…