Jetzt weiß ich’s wieder!

Wollt ihr Neuigkeiten lesen? Also, meine Neuigkeiten, nicht die vom Fußball und von der Politik. Von denen hab ich sowieso keine Ahnung, außer, dass ich versehentlich weiß, wie Fortuna Düsseldorf gespielt hat. War nicht Absicht, ich schwör’s. Ist nur einfach passiert. Aber außer dieser Fortuna-Geschichte schreibe ich sowieso meistens über meine eigenen Neuigkeiten. Das habe ich immer schon gemacht. Ich schrieb über das, was so bei mir zuhause los ist und was mir so durch den Kopf ging, und das schon seit wirklich vielen Jahren.
Gestern nun fragte mich mein jüngster Sohn (der zu Beginn meiner Schreiberei noch in die Grundschule ging) ob ich ein Bild von Bessi, unserer ersten Hündin, hätte. Er fing an, sie zu vergessen – sie ist immerhin schon sechs Jahre lang im Hundehimmel. Wie schön, dass ich in meinem Blog nach Bildern suchen konnte – auf alten Notebooks und CDs hätte es viel länger gedauert. Und als ich so suchte, stieß ich auf ein Bild der Rebellen von Pingooine, und ich erzählte meinem Kind davon. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Auch nicht, dass eines Morgens seine Stoffschildkröte beim Wecken (die Stofftiere haben mir den ungeliebten Job immer gerne abgenommen!) ein fürchterliches Theater machte, weil sie keine Ohren hatte. Sie motzte so lange herum, bis das Kind in schallendes Gelächter ausbrach – und wach war. Ich muss ihn nochmal fragen, ob er sich daran erinnert, wie wir beide uns zur Freude unserer Nachbarn im Garten mitten in der Nacht mit Lichtschwertern bekämpft haben. Ganz sicher wusste er nichts mehr von jener Textaufgabe, die eine seiner Klassenkameradinnen ihm zum Lösen gab (seine habe ich leider nicht bekommen, aber diese hier sagte wirklich Einiges über die Familienverhältnisse aus).

Mein Kind war ziemlich begeistert von den Geschichten, die ich ihm so erzählte und die dank meines Blogs nie verloren gegangen sind. Und ich dachte, stimmt, deshalb hab ich angefangen zu schreiben. Weil’s lustig war. Und weil es das jetzt immer noch ist.

Hier also die Neuigkeiten, damit ich mich in zehn Jahren noch dran erinnern kann: Ich hab die Frau getroffen, die mit der Frau befreundet ist, die bis vor kurzem noch mit meiner Knuckelohrprinzessin gezüchtet hat. Sie guckte den Welpen an und meinte, sie haben jahrelang versucht, einen rein schwarzen Welpen von der Prinzessin zu bekommen, aber das habe nie geklappt (ja, Pech). Der Vater sei wohl doch ein reinrassiger französischer Bulldoggenrüde, allerdings einer, bei dem englische Bulldogge drin ist (man frage lieber nicht) und von dem sie nie geglaubt hätten, dass er zu sowas fähig sei, da er offen schwul sei und sich nicht für Hündinnen interessiere (huch?) aber er sei der Einzige, der diese langen, gerade Beine habe, und die anderen Rüden kämen nicht infrage. Und außerdem, wenn sie gewusst hätten, dass die Prinzessin tragend sei, hätte ich sie natürlich nicht bekommen (ach, und dann hättet ihr auch die OPs bezahlt, ja? Oder hättet ihr die Prinzessin sterben lassen, weil sie ja für den gewünschten schwarzen Welpen gesorgt hat und nun überflüssig war?)

Der seltene, tolle, schwarze Welpe ist meiner. MEINER! Für immer und ewig (okay, meine Schwägerin bekommt was ab. Das hat sie sich wirklich verdient!).
Genauso wie ihre Mami, die nie wieder Welpen bekommen muss.

Ich bin gehässig.

Ich genieße das.

Und außerdem ist mir die Farbe s*****egal!!!

Kopfkissen

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Kreativstörung

Nachdem mir schon seit vielen Monaten die Buchstaben ihre Gefolgschaft verweigern, tun die Farben jetzt dasselbe. Für das Gestaltungsprojekt „Hannover“ von Jules van der Ley habe ich mich an meine Acrylfarben gewagt, aber die wollten von mir nichts wissen. In meinem Abfalleimer befindet sich jetzt der Satz „Hundekrankheiten bekommt der Hannoveraner nie“ – in Acryl. Und in hässlich.

Ich will endlich mein Leben zurück. Mit allen Farben und Buchstaben, mit Hunden und Schildkröten und einer kleinen Wohnung. Aber vielleicht nicht zu klein. Groß genug, um mit Farben herumzuferkeln und mit Buchstaben zu werfen. Noch habe ich keine Wohnung gefunden (ich gebe zu, dass die Wohnung mit den Hunden ein kleines Problem ist, aber das Schicksal wollte es nunmal so) aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und wenn es dann so weit sein sollte – das Wichtigste habe ich schon. Hab ich neulich in einem Geschäft gefunden:

traumfabrik

Ich versuche ja, nicht noch mehr Krempel anzuhäufen, weil ich mit alldem ja auch umziehen muss, aber daran konnte ich nicht vorbei gehen.
Wenn das nicht hilft…

 

Leitmotive

Ich summe gerne vor mich hin. Dabei bemühe ich mich, meine Mitmenschen nicht zu sehr zu nerven, außer, sie haben es verdient (meine Version von „Jingle Bells“ – im Hochsommer – ist bei meinen Kollegen gefürchtet!), aber manchmal nerve ich mich selber. Mit Ohrwürmern zum Beispiel. Irgendwann ging mir mal die Titelmelodie von „Batman“ nicht aus dem Kopf, und ich war von mir selber und dem dauernden „Nananana, nananana, nananana, Bääätmääääään“ so genervt, dass ich mit allen zur Verfügung stehenden schon mal „benutzten“ Ohrwürmern dagegen anschoss. „Trippeltrappel Ponyyyyy“, die Titelmelodie der „Mädels vom Immenhof“ ist zum Beispiel so einer. Klappte aber nicht. Auch der Kanon von Pachelbel ist ein meistens funktionierender Ohrwurm. Ich liebte ihn, bis irgendwer dieses wunderbare Stück als Klingelton des Telefons am Service-Center meines Lieblingsbaumarktes einstellte. Gegen Batman kam der Kanon aber nicht gegenan. Schließlich schaffte es das DDR-Sandmännchen mit seiner einprägsamen Melodie: „Sandmann, lieber Sandmann, es iiiiiist noch nicht so weeeeeit“. Batman war vergessen. Für ungefähr fünf Minuten. Dann kam eine Kundin an meine Kasse – mit einem Batman-T-Shirt…

Wenn es allerdings kein blöder Ohrwurm ist, dann sind es die Texte, wegen derer ich summe. Im Moment, und wenn wieder mein kleines Hundebaby dummes Zeug macht, summe ich neuerdings das wunderschöne Lied von Stephan Sulke „Uschi mach kein Quatsch“. Wunderbares Lied.
Vorhin ging ich durch den Wald. An mehreren Stellen haben sie den sich dereinst wild windenden Bach begradigt und dann wieder sich künstlich wild winden lassen, weil so „gerade“ ja ziemlich unökologisch ist. An zwei Ecken kommt man jetzt nicht mehr an die Brombeeren ran. Passendes Lied? „Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere!“. Natürlich sind die Brombeeren sowieso noch nicht reif, daher ist es auch egal, was die großen Tiere fressen oder nicht. Meine kleinen Tiere sind nach dem langen Gassigang jetzt jetzt jedenfalls sehr müde.
„Kommt ein Wölkchen a-han-ge-he-flogen, schwebt herbei ganz saaaacht…“
müüüüde

Komisches Hundebaby

Boah, mein verbliebener Babyhund hat nur dummes Zeug in seinem Quadratschädel. Neulich fing sie beim Spaziergang an zu würgen und wollte un-be-dingt einen Stock runterschlucken. Was ich blöd fand, also zog ich an dem Stock. Und zog ungefähr 15 Zentimeter Stock aus meinem gerade mal 30 Zentimeter langen Hund. Das klingt wie eine Übertreibung, aber ich habe einen Zeugen dafür – einen menschlichen, einigermaßen glaubwürdigen Zeugen (Adresse auf Anfrage), nicht nur meinen Hund, der zwar froh war, das Ding los zu sein, aber 10 Minuten später schon wieder den nächsten Stock mit sich herumschleppte. Bulldoggen sind da nicht empfindlich. Oder einfach nur doof, ich bin nicht sicher.

Nach der Aktion war es wohl auch kein Wunder, dass ich die kleine Zicke für schuldig befand, die Steuermarke ihrer Mami gefressen zu haben. Die Marke hing nämlich nicht mehr am Halsband, und Fräulein Hundebaby kaute auf selbigem Halsband herum.
Natürlich machte ich mir Sorgen. Und drücke alle paar Minuten auf ihrem Bauch herum. Was sie unglaublich komisch fand, weswegen sie mich auch mit hunderten von nassen Hundeküssen bedachte. Und der Bauch blieb weich.
Des Rätsels Lösung fand sich, als ich mit den Hunden Gassi gehen wollte und zu diesem Zweck die Hundeleine in die Hand nahm. An der das Halsband hing. MIT Steuermarke. Das zweite Halsband, das, auf dem das Baby herumgekaut hatte, war vor zwei Monaten verschwunden. Und sah beinahe genauso aus…

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Charakterautos

Das phantastischste Auto aller Zeiten, davon war ich als Kind überzeugt, war Tschitti Tschitti Bäng Bäng. Ich besaß das Buch von Ian Fleming (ja, derselbe, der James Bond erfunden hat!) und las es wieder und wieder (den Film habe ich erst als Erwachsene gesehen). Tschitti Tschitti Bang Bang konnte nicht nur schnell fahren, schwimmen und fliegen, sondern auch seine Familie selbständig vor Sturmflut und Entführungen retten.

Meine eigenen Autos waren nicht ganz so spannend. Eigentlich beherrschten sie immer nur genau ein Kunststück: Sobald das Auto gekauft war, legte ich eine ganz neue Dose mit Bonbons in das Handschuhfach. Zwei Jahre später dann hatte sich diese Dose in etwas verwandelt, was man normalerweise aus altägyptischen Gräbern zu buddeln pflegt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigte 3000 vor Christus an, und in der Dose befand sich ein dicker, ungenießbarer Bonbonklumpen eigenwilliger Färbung.

Mein jetziges Auto macht da keine Ausnahme. Die Bonbondose ist zwar einer Tüte Gummibärchen gewichen, aber das MHD ist bereits jetzt, nach wenigen Monaten, irgendwo im Jahre 1827 und statt einzelner Gummibärchen befindet sich in der Tüte ein Gummi-Godzilla in rot-grün gemischt.
Lecker.

Allerdings hat sich das Auto jetzt noch etwas Neues ausgedacht.
„Doch, ganz sicher“, sprach ich vor einem Monat zu meinem Sohn, „Ich weiß genau, dass Du die Flasche Energy Drink im Auto hattest!“
„Da isse aber nicht“, murrte mein Sohn.
Nun ist es nichts Besonderes, wenn das Kind nichts findet. Es findet auch dann nichts, wenn es direkt davor steht, also guckte ich selber nach. Und musste zugeben: Das Kind hatte recht. Die Flasche war nicht unter dem Beifahrersitz und nicht im Fußraum und auch nicht vor den Hintersitzen. Sie war einfach weg.
„Vielleicht hat er sie doch rausgenommen“, dachte ich und vergaß das Ganze.
Bis vor zwei Tagen. Da hopste ein Eichhörnchen über die Straße, sah mich, wollte zurückhopsen, stellte dann fest, dass es eigentlich doch schon fast über die Straße war, drehte also wieder um und hopste dann doch auf die andere Straßenseite. Diese blöde Aktion ließ mich heftig in die Bremse treten. Und da kullerte unter dem Beifahrersitz (unter dem ich mehrere Male nachgesehen hatte!) die verschwundene Flasche hervor.
Ich bin mir nicht sicher, wie mein Auto das gemacht hat. Ich vermute, es hat sich per Bluetooth mit der Waschmaschine kurzgeschlossen und sich das Geheimnis der verschwundenen Socken erklären lassen – um den Trick in abgewandelter Form selber mal auszuprobieren.
Blöd nur… genauso wie die verschwundenen Socken exakt dann aufzutauchen pflegen, wenn man den zweiten gerade weg geworfen hat, ist auch der Energy Drink nicht mehr zu gebrauchen.
Die Flasche war vor ihrem Verschwinden einmal geöffnet worden und der Inhalt hat inzwischen begonnen, zu gären.
Alles in allem ist mir Tschitti Tschitti Bäng Bängs Charakter doch immer noch lieber…
Auto

Bin traurig

Die kleine Maus ist weg. Ich hab sie heute zu ihrer neuen Familie gebracht. Ich weiß, dass sie es da gut haben wird. Ich kenne ihre neuen Besitzer und mag sie sehr, und auch meine Kleine kannte sie schon, noch bevor sie überhaupt die Augen aufgemacht hatte.
Es fühlt sich trotzdem schrecklich an. Es ist doch mein kleines Mädchen. Ich war es, die ihr auf die Welt geholfen hat, als sie „dank“ ihrer Größe während der Geburt stecken zu bleiben drohte. Ich hielt sie noch fest, als ihre Mama sie sauber leckte (ich bin ziemlich sicher, dass noch nie ein Hundebaby so sauber geleckt wurde). Sie war es, die mich nach dem Schreck, plötzlich dreifache Hundemama zu sein, zum erste Mal wieder zum Lachen brachte. Einfach, indem sie sich an ihre Mama andockte und trank, und statt lieb und süß da zu liegen und zu trinken wie ihre drei Stunden ältere Schwester, Geräusche wie eine Mischung aus Wildschwein und hirnfressendem Zombie machte.
Sie war es immer, die mich getröstet hat, wenn ich traurig war, weil sie so ein Seelchen ist und immer sofort mitbekam, wenn irgendwas anders war. Dann kam sie an, guckte mich mit großen Kulleraugen an und verteilte Küsschen. Und Kratzer. Pfote geben kann sie nämlich auch.
Die meisten Pfützen auf dem Teppich stammen von ihr. Egal. Das lernt sie schon noch. Nur nicht mehr bei mir.
Ihre Schwester hat auf der Heimfahrt die ganze Zeit geheult.
Genau wie ich.
Ganz ehrlich, Hundezüchter wäre nun so gar nicht mein Beruf…

Gerechtigkeit

Ich habe drei riesige Kauknochen für die Hundebande gekauft. Drei, damit die kleinen Monster sich nicht streiten. Riesig, damit ihre Mama sich nicht verschluckt (Bulldoggen und Kauknochen sind nur sehr schwer kompatibel).
Im Moment liegt meine Hündin im Körbchen und zerkaut ihren Knochen und gibt dabei eklige Würgegeräusche von sich. Ihre Töchter nagen an einem Knochen und knurren sich dabei gegenseitig an. Der zweite Knochen liegt unbeachtet 10 Zentimeter neben ihnen.
Manchmal fühle ich mich echt müde…

Ich wollte ein Bild von sich prügelnden Hunden einstellen, so zum Beweis, aber stattdessen fand ich das hier in meinem Computer. Ich finde es süß:

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