Eine Karotte ist eine Karotte ist eine Karotte

„Karotten“, schrieb Mitzi auf die Frage, was sie als letztes gekauft habe, und ich fand die Antwort großartig. Selbst wenn ich als letztes Karotten gekauft hätte, wäre ich auf diese Antwort nicht gekommen. Tatsächlich überlege ich seit Mitzis Eintrag, was ich als letztes gekauft habe, und es war Feldsalat. Viel weniger banal als Karotten, nicht wahr?
Aber so banal sind Karotten gar nicht. Naja, doch, wenn man sie kauft. Was Mitzi ja wohl getan hat. Aber die Karotten bei Oma im Garten wurden nicht gekauft und sie waren nicht banal. Die wuchsen in schönen Reihen und wenn Oma sagte: „Holt mal ein paar Karotten für’s Mittagessen rein“ (oder wenn man einfach Hunger hatte) dann flanierte man wie die Queen, wenn sie eine Parade abnimmt, an den Reihen grüner Büschel entlang und versuchte anhand der Größe und dem kleinen Stück Orange, das sich aus der Erde streckte, zu erkennen, ob es sich um eine richtig gute, große, vollwertige Karotte handelte oder nur um einen fetten blässlichen grünbepuschelten Gnubbel, der unter der Erde nicht das erfüllte, was er darüber versprach. Ich bildete mir durchaus etwas darauf ein, große, saftige Karotten bereits unter der Erde von fetten blässlichen Gnubbeln zu unterscheiden. Ich tue es noch. Ich bin ziemlich sicher, mit dieser Fähigkeit sind die Überlebenschancen im Notfall größer als mit allem, was man in der Schule so lernt, inklusive Kurvendiskussionen und der korrekten Schreibweise des Verbs „seufzen“.
Allerdings – am tollsten waren die Karotten, die sich sich der geltenden Karotten-Verordnung Nummer 730/1999 widersetzten und statt gerade und ein-wurzelig zu wachsen, mit mehreren Trieben aufwarteten (was manchmal ein wenig unanständig aussah) oder mit der daneben liegenden Karotte eine innige Verbindung eingegangen waren. Manche dieser Karotten sahen aus wie die Alraunen bei Harry Potter. Nur dass Harry Potter noch gar nicht erfunden war, weshalb die Karotten eher wie normale Alraunen aussahen. Nur mit schlechter Laune. Ich war immer ganz sicher, diese Karotten würden am besten schmecken.
Ich glaube das heute noch.

Übrigens, wenn ich das hier jetzt veröffentliche, rutscht der Freitagstexterpokal (der von mir versehentlich zum Samstagstexterpokal gemacht wurde) von Seite eins auf Seite zwei, was doof ist, weil dann niemand mehr textet. Hier also ein Link. Falls noch jemand mitmachen will und Ruhm und Ehre einheimsen möchte (ich hatte eben das „r“ vergessen, woraufhin da „Ruhm und Ehe“ stand. Aber macht euch nur keinen Druck…):

„Die eine Seite macht dich größer, die andere Seite macht dich kleiner“

Huch… falsches Zitat. Egal, ich mag (außer Karotten) auch Lewis Carroll.

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Okay, heute ist Samstag…

…und ich bin somit einen Tag zu spät dran für den Freitagstexter-Pokal. Den habe ich nämlich gewonnen, was mich etwas erstaunte – und wie ich das verstanden habe, bin ich jetzt dran, den weiter zu reichen. So sieht er aus:freitagstexter-1

Seit 2005 wandert er in der digitalen Gegend herum und verdammt, jetzt hat ich aus ihm einen Samstagstexterpokal gemacht, aber hilft nichts, hier sind die Regeln, leider verspätet, dafür aber kopiert bei Frau Heming:

Jeweils freitags beginnt der Wettbewerb und endet am darauf folgenden Dienstag um 23:59 Uhr. Mittwochs wird die Gewinnerin/der Gewinner bekannt gegeben. Freitags veröffentlicht die Siegperson ein neues Foto. Es sei denn, der Sieger ist so eine verpennte Lusche wie ich. Dann macht er das am Samstag und schämt sich.

Gesucht wird die witzigste Bildunterschrift, die, wer immer Lust hat, bitte einfach als Kommentar an mich schickt.

Hier ein Foto, vielleicht fällt euch zu dem ja was ein (ich hab nur Welpen oder Gemüse, glaube ich)

Paprika

 

Hundebabys

Unter kommerziellen Gesichtspunkten sind nur zwei Welpen keine gute Idee. Bei all dem, was man für die an Geld ausgeben muss, würde ein Welpe ungefähr eine Millionen Euro kosten müssen, um kein Minus zu machen. Zwei Millionen dann, wenn man einen der Welpen behalten möchte. Es ist ja nicht nur das Futter und die Tierarztkosten, sondern auch das Hygiene-Spray „Lavendel“ (ungefähr eine Flasche pro Tag, wegen der Pipiflecken auf dem Teppich), der Raumerfrischer (gleiche Begründung), der Ersatz der angenagten Möbel, angefressenen Bücher, zerkauten Kabel, zerfetzten Socken, durchgekauten Körbchen, auseinandergenommenen Pappkartons und die völlig verschwundene Pinzette (au weia), sondern auch die Vitamine für Mami (nicht meiner. Die der Welpen), dazu das ökologisch abbaubare und pädagogisch wertvolle Spielzeug, die 500 Mäntelchen für schlechtes Wetter, kaltes Wetter, lauwarmes Wetter und Wetter, bei dem man eigentlich kein Mäntelchen braucht, aber es sind kleine Elche drauf, was irgendwie süß aussieht.
Übrigens… das pädagogisch wertvolle Öko-Spielzeug wird gerade von der Mami der Babys zerkaut. Die Babys dagegen kauen auf einer Pfandflasche herum. Kostet 25 Cent.
Klar. So geht das natürlich auch…

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St. Valentin

Meine Kollegin aus der Floristik hatte heute jede Menge zu tun. Männer aller Altersklassen wünschten Herzförmiges zu kaufen, gerne verziert mit Blumen. Oder umgekehrt, Blumen verziert mit Herzförmigem, aber Hauptsache, man huldigte jenem Heiligen, dessen Gedenktag am 14. Februar, also morgen, ist. Ein Kunde kam gleich mit sechs herzförmigen Gestecken sowie vier Rosentöpfen an, woraufhin mir „Wieviele Freundinnen haben SIE denn?“ rausrutschte. Er meinte aber, das sei für sein Restaurant, und er erwarte morgen gegen Abend eine Menge hungriger Verliebter, für die er ein passendes Ambiente schaffen wollte. Natürlich musste ich fragen, welches Restaurant das sei. Er sagte es mir. Ich hatte nie davon gehört (was ich aber nicht zugab).

Auf dem Heimweg (den ich beinahe jeden Tag entlang fahre) sah ich zufällig nach rechts. Und entdeckte das Restaurant. Jenes, in dem morgen Abend lauter Pärchen sitzen werden und sich über süßen herzförmigem Gestecken und rosa Rosen schmachtende (oder hungrige) Blicke zuwerfen werden. Ich schwöre, das war gestern noch nicht da.

Ich werde mir morgen ein Butterbrot schmieren. Passt schon…

Peinlich

Eben, als mein Computer hochfuhr, versorgte er mich erstmal ungefragt mit den neuesten Nachrichten. Wer geboren wurde, was mit den Staatskarossen von Venezuela passiert ist und welchen Tofu man besser nicht essen sollte.
Sowas eben.
Und dann stand da über die Beerdigung von Rudi Assauer, dass eine seiner Töchter nicht daran teilnehmen durfte, weil eine Familie offenbar nicht mal im Angesicht des Todes… egal. Jedenfalls schlich sie alleine hinter den offiziell geladenen Trauergästen hinterher.
Hab ich gelesen.
Und am Ende des Artikels stand dann ein Hinweis in eigener Sache (der Nachrichtenredaktion, nehme ich an):

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Nun… ja. Gut. Okay…

Heute mal vegan?

„Da ist“, sprach Oma, „überhaupt kein Fleisch drin. Nur Wurst!“ Sie war nie auch nur im geringsten erstaunt, wenn ich „nur Wurst“ dann trotzdem nicht aß. Ich war nämlich Pescetarier und aß kein Fleisch. Eigentlich hätte ich auch keinen Fisch gegessen, aber ich entschied mich zu einer Zeit für diesen Lebensstil, als Vegetarier noch ähnliche Exoten waren wie Meerschweinchen in california brindle oder Männer mit Röcken. In Restaurants bekam man jedenfalls kaum jemals ein vegetarisches Gericht; wenn, dann höchstens einen grünen Salat (weil es natürlich total anstrengend war, keinen Schinken rein zu tun) oder Pommes. Ohne alles. Einmal aß ich ein einem sehr vornehmen Restaurant und wählte das einzige als „vegetarisch“ angepriesene Gericht der Speisekarte, eine Pilzpfanne. Die kam dann – die Pilze waren in Speck angebraten.
Vermutlich kannte der Koch meine Oma.
Geschichten wie diese jedenfalls waren der Grund, warum ich kein Vegetarier wurde, sondern ein Pescetarier, und das, bevor der Begriff überhaupt erfunden wurde. Fisch gab es nämlich in Restaurants, und wenn mir gar nichts anderes übrig blieb, aß ich eben den.

Gestern war mein Sohn zu Besuch, mit seiner Freundin. Und das stellte mich vor ganz neue Herausforderungen. Den Indoktrinationsversuchen seiner vegan lebenden Biolehrerin („Kinder, heute gucken wir uns einen Film über die Zustände in deutschen Schlachthöfen an!“) begegnete er unverdrossen weiter Fleisch essend (sein Kommentar dazu: „Mama, fährst Du BITTE bei McDonalds vorbei? Ich hab das jetzt nötig!“), aber der Liebe wegen kapitulierte er. Er lebt jetzt größtenteils vegan (nur wenn keiner hinguckt, dann würde ich das nicht beschwören) und fühlt sich pudelwohl dabei. Und weil die beiden bestimmt Hunger hatten, habe ich mich an einem veganen Schokokuchen versucht. Und festgestellt: Das Zeug schmeckt. Das Ei fehlte mir überhaupt nicht. Dafür bekam ich ein Stück von den Kindern selbstgebackene vegane Pizza und fand die durchaus genießbar, wenn ich auch zugeben muss, dass Käse… nun ja. Ich mag Käse. Auch wenn ich den Herstellungsbedingungen von Käse nun so gar nichts abgewinnen kann. Aber vielleicht ist es doch mal wieder Zeit, meine Ernährung zu überdenken. Ganz bestimmt könnte ich so einige Kilo abnehmen. Das ist allerdings gar nicht so einfach. Jedenfalls nicht, wenn ich die von Oma übernommenen Rezepte beibehalte. Besonders eines.
„Da ist“, sprach Oma nämlich“, „überhaupt kein Fett in der Buttercremetorte. Nur ein großes Paket Butter“.

Oma und ihre Lebenseinstellung fehlen mir wirklich…

Einen noch…

…einfach, weil’s Spaß bringt:
blaugrün

Und jetzt gehen mir die Keilrahmen und Malpappen aus. Außerdem bin ich nicht mehr ganz so übel drauf. Mir geht’s doch gut. Pfeif auf alles. Oder alle. Naja, auf die meisten. Oder wenigstens auf einige, aber auf die nun ganz bestimmt.

Sieht das nicht irgendwie nach Nordsee bei Sturm aus?

Ein Problem bei diesen Bildern ist natürlich: Wie rum hängt es richtig???