Wenn einer eine Reise tut…
…dann geht was kaputt. Immer. Das ist bei uns schon Tradition.
Dieses Wochenende fuhren wir in die Heimat (meine, nicht die des Besten aller Männer), und da gingen nacheinander erst der Fuß des Hundes und dann die Verkabelung des Campers kaputt. Der Fuß wird mit Salbe und Verband gepflegt, und der Hund sieht leicht genervt aus und grummelt mich an, sobald wieder ein Verbandwechsel ansteht, aber es scheint langsam etwas besser zu werden. Mit dem Strom im Auto ist es etwas schwieriger. Die Autowerkstätten fühlen sich für Solaranlagen in Autos nicht gerüstet, und Elektriker wollen an Autos nicht rangehen. Es gibt zwar Wohnmobilwerkstätten, aber nicht bei uns. Und die wenigen, welche weniger als drei Fahrstunden von uns entfernt sind, haben bis Oktober oder so keine Termine frei. Ich meine, sooo dringend brauchen wir den Strom nun nicht. Bett, Wasserflasche (zum Zähneputzen) und Taschenlampe würden reichen. Aber das eigentliche Problem ist nicht, dass wir keine Verkabelung hätten, sondern dass da wohl was falsch verabelt ist. Und das ist gefährlich.
Sonst hat aber alles recht gut geklappt. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, alle meine Kinder, Enkel, Mütter, Brüder, Schwägerinnen, Neffen und Nichten und so weiter wieder zu sehen, und außerdem auch die Landungsbrücken und die Elbchaussee (nur am Dom sind wir nicht vorbei gefahren), aber dann war es gestern Nacht auch schön, wieder nach Hause zu kommen.
„Hat Krümel ihr Königreich schon wieder“, fragte mein Sohn über WhatsApp, und diese Frage beweist mehr als alles andere, wie gut er den Hund kennt. Die Bulldogge dagegen ist überall zufrieden, wo sie mit ihrem Rudel zusammen ist, und besonders mit eben diesem Sohn, der neben Herrchen ihr absoluter Lieblingsmensch ist. Mich findet sie okay. Ich bin einfach diejenige mit dem Essen und die wehe Füße mit Bandagen umwickelt. Aber Herrchen und Sohn sind diejenigen, mit denen man Spaß hat.
Gerade heiraten die Nachbarn unten im Dorf. Den Hund haben sie zuhause gelassen. Ich horche mit einem Ohr nach unten, ob der Hund friedlich ist. Ich höre nichts – und wie bei einem kleinen Kind macht mir genau das Sorgen. Ich gehe gleich mal gucken. Der Nachbar kam vorhin noch nach oben, schon im schicken Anzug, und fragte verzweifelt nach Hilfe. Er hatte Glück – ich konnte eine Sicherheitsnadel finden und das Blümchen sitzt jetzt bombenfest an seinem Anzug.
Alles ist gut.