Man, wie ich das hasse. Man gibt einen gesunden, glücklichen Hund beim Tierarzt ab und bekommt ein jämmerliches Häufchen Elend zurück. Aber die Kastration musste sein – nach der letzten Läufigkeit hatte die Kleine eine Gebärmutterentzündung, und das kann tödlich sein.
Außerdem lief der Tag wirklich gruselig:
Der Termin war um 7:45 Uhr. Ich fuhr eine Stunde vorher von zuhause los und kam pünktlich an. Man sagte mir, ich solle den Hund abgeben, und man würde mich anrufen, sobald man fertig sei. Ich weigerte mich. Warum soll ich meinen putzmunteren Hund in einen Käfig stecken, nur weil die nicht genau wissen, wann sie dran ist? Und die ganze Zeit hat die arme Maus Angst, nein, wirklich nicht. Ich erklärte, es sei abgesprochen, dass ich mit ihr warten kann, bis sie dran sei. Da rückte man dann mit der Sprache raus. Eine Chirurgin sei krank geworden und der Termin sei erst sehr viel später. Es würde reichen, wenn ich um 14 Uhr wieder käme (echt jetzt? Ihr wolltet meinen Hund sechs Stunden lang sinnlos in einem Käfig einpferchen???). Ich fuhr wieder nach Hause. Eine Stunde lang.
13 Uhr: Ich fuhr wieder zum Tierarzt (eine Stunde lang) und kam rechtzeitig an. Man bat mich, zu warten. Der Termin sei, wie ich ja wüsste, um 15:30 Uhr. Wusste ich nicht. Ich verkniff mir jede Bemerkungm verzog mich mit dem Hund ins Auto und las zwei Stunden lang Harry Potter. Um 16 Uhr machte man die Kleine für die OP fertig. Um 16:30 wurde sie in Narkose gelegt. Ich las weiter Harry Potter.
17 Uhr: Und las.
18 Uhr: Und las.
19 Uhr: Fertig mit Harry Potter. Ging fragen, ob es dem Hund gut gehe. Ja, sagte man mir, sie sei schon wach. Nun könne es nicht mehr lange dauern.
20 Uhr: Nein, es könne bestimmt nicht mehr lange dauern. Inzwischen kamen lauter Notfall-Hunde. Einen hatte ein Pferd mit dem Hufeisen am Kopf getroffen. Einen anderen… habe ich nicht gesehen. Seine weinende Besitzerin brachte ihn in einer Decke raus. Noch ein anderer… ach, das will keiner hören. Jedenfalls begann ich, vorwurfsvoll in Richtung Anmeldung guckend, an der Tür des Wartezimmers zu stehen.
21 Uhr: Ich guckte immer noch vorwurfsvoll.
21:30 Uhr: Ich bekam einen total benebelten Hund in den Arm gedrückt. Sollte noch warten, um finale Instruktionen zu erhalten.
22 Uhr. Finale Instruktionen erhalten. Wir fuhren nach Hause.
22:15 Uhr: Doch nicht. Google Maps hat sich entschieden, mich an einen Ort zu leiten, an dem ich noch nie zuvor gewesen bin, und zu behaupten, dass ich da wohne.
22:16 Uhr: Stimmt aber nicht.
22:17 Uhr bis 23 Uhr: Ich fuhr ganz langsam, weil der arme Hund bei jeder Kurve und jedem Hubbel weinen musste. Ich wurde von hundert Leuten gehasst, die hinter mir fuhren und trotz der Serpentinen versuchten, mich zu überholen.
23Uhr: Wir waren zuhause. Der kleine Hund wurde begeistert von seiner großen Schwester empfangen. Komischerweise wollte die Kleine aber nicht spielen. Herrchen nahm seinen kleinen Hund in den Arm und tröstete ihn, während er sich am PC anhörte, warum eine Sechs in das mittlere Feld muss. Niemand tröstete mich.
0 Uhr: Ich machte meinen Adventskalender auf und ging ins Bett.
Geschafft. Irgendwie jedenfalls. Jetzt kann es nur noch besser werden!
Ich nehme mein §Gefällt mir.“ wieder zurück. Was für ein Scheiß-Tag!
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Mein herzliches Mitgefühl.
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