Superheld

Ich fand ja MacGyver immer schon toll. Also, die alten Folgen, die mit den Föhnwellen und Dreiviertelhosen und den Sweatshirts mit völlig sinnlosem Zahlenaufdruck, und dann kommt McGyver in irgendeine total auswegslose Situation, so eine, wo wir uns heulend zusammenrollen würden, aber er, er findet in seiner Jeanstasche (Karottenjeans. Geil!) noch einen Kugelschreiber, einen Tampon und einen Eukalyptusbonbon, und daraus bastelt er schnell mal eine Bombe, und ZACK! ist die Tür offen und er rettet im Weglaufen noch schnell einer schönen Frau (mit Schulterpolsterkostüm!) das Leben und…. haaaach, es ist so toll. Im wahren Leben ist man ja schon froh, wenn der Held im Hause die Klobrille runter packt, damit man sich nicht, wenn man mal nachts muss, so verschlafen und ohne Kontaktlinsen, auf’s kalte Porzellan setzt (danach ist man dann wach. Ausprobiert!). MacGyver ist eben noch eine Nummer cooler.
Aber eben, da hat er was gebracht, was mich noch mehr faszinierte als alle seine Tampon-und-Kugelschreiber-Bomben. Also: Er ist da in so einem Haus, und da ist ein gaaanz böser Verbrecher drinnen, und natürlich fällt irgendwas runter, und der Verbrecher wirbelt herum, und da ist kein MacGyver. Nichts. Wir sehen es alle. Und der gaaanz böse Verbrecher dreht sich wieder um und verbricht weiter Dinge, und als er weg ist, da schwenkt die Kamera zum leeren Zimmer und wir sehen eine Bewegung. Am Kamin. Und da kommt doch tatsächlich der MacGyver herausgekullert. Soweit okay, das war pfiffig von ihm (wir hatten auch nichts anderes erwartet). Aber wenn man genauer hinguckt: Sein ehemals blütenweißes Achtziger-Jahre-Sweatshirt ist… immer noch blütenweiß. Kein Staubkörnchen, und erst Recht kein Ruß drauf. Und sogar die Föhnwelle sitzt noch.
Der Mann ist echt eine Legende…

2 Gedanken zu “Superheld

  1. Ich glaube, ein sehr verjüngtes Surrogat ist wiederauferstanden im Privatfernsehen. Der kann auch digital. Zum Glück müssen Türen heute umprogrammiert werden, so dass nichts mehr gesprengt werden muss 😊

    Like

Hinterlasse einen Kommentar