Meine herzallerliebsten Kinderlein sind nunmehr nach drei Tagen / respektive Wochen (je eines) wieder in die von ihnen als Heimat apostrophierten Gefilde verschwunden. Mit ihnen verschwand das dringliche Gefühl, sich vegan ernähren zu müssen, oder zumindest keine toten Tier-Teile offen herumliegen zu lassen. Kaum war der Jüngste weg, gab’s Hähnchen in Zwiebelsoße. Mit Reis. Dabei mag ich veganes Essen sogar. Das Kind, zu meinem Entzücken, hat sich in einen wirklich guten veganen Koch verwandelt. Allerdings ist sein Lieblingsgewürz (neben Garam Masala) offenbar Knoblauch, und jetzt weiß ich endlich auch, wieso er noch keine neue Freundin hat.
Hinterlassen haben mir die Jungs – nebst einigen Kleidungsstücken, von denen keiner zugeben will, dass sie ihm gehören – auch eine Nintendo-Switch. Ich bin über die Maßen begeistert und versäume sogar über den Notwendigkeiten, auf einsamen Inseln Fische zu fangen und Häuser zu bauen (Animal Crossung, und nein, ich bekomme die Werbung nicht bezahlt) meine täglichen Klavier-Etüden. Dabei fing mein „trauriges Liedchen“ sogar schon beinahe an, traurig zu klingen Anfangs klang es immer eher wütend, wenn ich statt D wieder mal C spielte (weil das irgendwie besser klang) und ich dann meckern musste. Ich gelobe mich zu bessern. Wenn die Switch mir mal Zeit lässt. Es ist nämlich wirklich genauso toll, dass ich einfach immer weiter spielen möchte. Keine fiesen Endgegner, die einem den Schädel zerschmettern – die Sorte Spiele, die meine Kinder und wohl auch der Beste aller Männer vorziehen. Witzig eigentlich, in diesem Zusammenhang, dass ein überzeugter Veganer so gerne Gegner tötet. Hier bei mir hat er einen Spielstand angefangen, in dem er einen Vampir spielt, und er diskutierte leidenschaftlich darüber, ob er sich der Diebes- oder der Mördergilde anschließen soll. Ich muss zugeben, die Mördergilde lag mit Punkten vorne – sie rauben zwar auch Leute aus, aber der Gegner kann sich nicht mehr wehren. Das macht es wirklich einfacher. Allerdings hat das Kind auch zwei kleine Mädchen adoptiert, und als eines der Kinder mit einem fleischfressenden „Ich-weiß-nicht-was“ ankam und es zu seinem Haustier zu machen wünschte, konnte er auch nicht nein sagen. Es ist schon ein tolles Spiel (Skyrim übigens), auch wenn ich meine einsame Insel vorziehe. Die gar nicht so einsam mehr ist. Gleich muss ich mit den anderen Inselbewohnern noch Gymnastik machen und danach ein paar Bäume pflanzen. Und dann sollte ich tunlichst mit den Hunden Gassi gehen. Den echten. Die können nämlich nicht so ganz nachvollziehen, was so toll daran sein soll, auf einen kleinen Kasten zu starren, auch ein paar Knöpfe zu drücken und sich wahlweise aufzuregen oder „Oh wie süß“ zu rufen.
Ich glaube, irgendwie haben die recht.