Was wir an Natur zuviel haben, haben wir hier an Radiosendern zu wenig. Jedenfalls an Radiosendern mit einer großen, einigermaßen aktuellen Auswahl von Musik. Oder überhaupt Musik. Hier wird fast immer nur geredet. Manchmal ist das auch interessant, aber wenn man zum fünften Mal denselben Bericht zur Lage der Nation hört oder das Gedicht der chinesischen Hausfrau über mit Veilchen garnierten Hummer und wieso der ihr Leben symbolisiert, dann weiß man, man ist zulange im Sendegebiet herumgefahren.
Heute musste ich mehrmals mit dem Auto fahren, und da lief tatsächlich mal Musik. Immer dieselbe. Spätestens beim dritten „Faust auf Faust“ kam mir der Gedanke, es könne irgendwas mit „Schimi“ sein. Nur, gestorben ist der Schauspieler ja schon, da lag der Verdacht nahe, dass es was anderes ist. War’s auch. Heute vor genau 40 Jahren nämlich löste Horst Schimanski seinen ersten Fall im deutschen Fernsehen. Ich glaube, ich habe die Folge nicht gesehen. Ich interessierte mich nicht für Krimis. Nicht damals. Für Schimanski dann später schon; der war einfach anders als die ganzen spießigen Fall-Löser des ersten deutschen Fernsehens. Allein schon seine zerknautschte Jacke, sowas hätte es vor Schimanski nie gegeben. Die Jacke ist denn auch Kult; eine von denen befindet sich im Museum in Berlin, je eine weitere in Museen in Essen und… Duisburg. Klar.
Übrigens waren die Duisburger anfangs ziemlich angepisst wenig begeistert davon, dass SO EINER ausgerechnet in ihrer Stadt Fälle löste. Inzwischen gibt es sogar einen Schimanski-Weg, Oder -Platz, keine Ahnung, aber irgendwie… ich meine, ganz ehrlich, wie er ganz am Schluss, in seiner letzten Folge über Duisburg fliegt und laut „SCHEISSE“ brüllt, da MUSS man diese Stadt irgendwie gerne haben.
Gestern war Siebenschläfer. Meine Mutter behauptet, so wie gestern wird das Wetter nun die nächsten sieben Wochen. Blöd nur, dass der Siebenschläfer das versemmelt hat – gestern war ganz gutes Wetter und heute kübelt es wie aus Eimern. Mein Bruder meint trotzdem, auf Bauernregeln könne man sich IMMER verlassen. Als Beispiel führte er folgende Bauernregel an: „Regen im Mai- April vorbei“. Okay, einige passen auch.
Jedenfalls hält der Regen die Fledermäuse davon ab, durch die Gegend zu fliegen, was sich auf die Fauna hier sofort auswirkt. Glühwürmchen nämlich sieht man hier sonst so gut wie nie, weil Fressen, das sich selber im Dunkeln mit einer eingebauten Taschenlampe beleuchtet, einfach zu schnell gefunden wird. Heute aber schwirrten sie wie verrückt durch die Hecke und blinkten ihren Geschlechtsgenossinnen pheromongesteuerte Morsecodes zu, während ich völlig verzaubert da stand und mich freute. Und nass wurde. Während der Hund kackte.
Ich liebe die Natur hier. Einfach großartig. Fast so toll wie Duisburg von oben!
Um die glühwürmchen beneide ich dich ….glühend!! :-))
Hier ist es im moment noch viel zu kalt für die freundlichen gesellinnen und ich weiss nicht, ob die passenden herren im juli noch in paarungslaune sein werden.
Bisous vom meer
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Hier ist es auch – wieder – kalt, aber sie sind da, und sie leuchten wie verrückt. Ich bin Großstadtkind genug um jedes Mal völlig verzaubert zu sein.
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