Meine Nachbarin hatte mir einen Tee-Adventskalender geschenkt. Jeden Tag gab es einen neuen Tee, 24 Tage lang. Und ich habe es auch beinahe geschafft, den jeden Tag zu trinken.Die meisten Sorten hatten so wunderschöne Namen wie „Frieden und Harmonie“ (war gestern drin und eine wirklich gute Idee) oder „Zuversicht“ (super Sache, Zuversicht einfach mit kochendem Wasser zu übergießen und oral zuzuführen!). Einige andere hatten beinahe genauso schöne Namen, wie „Ingwer mit Zitrone“, aber den habe ich nicht getrunken. Ich hasse Ingwer. Und ein- oder zweimal hatte ich irgendwie keine Lust auf Tee. Deshalb kann ich jetzt gerade „Ruhige Stunde“ (mit einem Teelöffel Rohrzucker) trinken, und das, obwohl doch schon der Fünfundzwanzigste ist.
Und ruhig ist es jetzt wirklich. Die großen Kinder sind wieder weg, der Kleine spielt unten… das klingt süß. Er ist ein Teenager und größer als ich und „spielt“ am Computer Kriegsspiele, wie ich annehme, aber er ist nunmal der Jüngste und es sind nunmal Spiele. Obwohl… ich gucke gerade seinen Online-Status an. Er scheint eingeschlafen zu sein. Noch niedlicher.
Der Gatte sitzt unten vor dem Fernseher und guckt Quo Vadis – mit Peter Ustinov in der Rolle des Nero. Ich habe ihm (dem Gatten, nicht Nero!) doch tatsächlich ein Lächeln entlockt, als ich ihm erzählte, wie Ustinov sich für die Rolle bewarb. Man lehnte ihn ab mit der Begründung, er sei mit seinen gerade mal dreissig Jahren einfach nicht alt genug, um den römischen Kaiser zu spielen. . Woraufhin Ustinov antwortete, wenn er die Rolle nicht innerhalb eines Jahres spielen könne, sei er zu alt – Nero sei mit ungefähr einundreissig Jahren gestorben. Der Regisseur zog das 1951er-Äquivalent von Google zu Rate (ich glaube, man nannte es „Brockhaus“) und gab Peter Ustinov erstens Recht und zweitens die Rolle.
Ich habe eins meiner Weihnachtsgeschenke angefangen zu lesen, esse zu meinem Tee ein Marzipanbrot und fühle mich wohl. Weihnachten war schön. Und jetzt kann ich ein wenig jahresrückblicken. Einer der emotionalsten Momente war, als mein ältester Sohn behauptete, ich hätte viel für ihn aufgegeben. Woraufhin ich entgegnete: „Spinnst Du? Ich habe dich aus völlig selbstsüchtigen Gründen bekommen. Ich wollte was zum Liebhaben. Ich hatte die Wahl zwischen Dir und einer Schildkröte.“
Mein Sohn wohnt nicht mehr zuhause. Aber im November hat eben jener Sohn mir plötzlich Charles angeschleppt. Und das hier ist Charles:

Ich habe es gut.
Irgendwie hast Du immer leise Tiere. Schnecken, Schildkröten …
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Mein Hund konnte bellen, aber er tat es so gut wie nie. Und die Chillkröte kann ganz schön laut sein, wenn sie mit ihrem Panzer gegen die Wände bolzt, weil sie es eilig hat. Die Schnecken können pfeifen. Klingt echt komisch. Aber okay, sie sind nicht SEHR laut 🙂
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Um Gottes Willen … pfeifende SCHNECKEN!!!
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😀 – Ich habe mich darüber gewundert – der Trick ist anscheinend, sie zu erschrecken. Dann ziehen sie sich in ihre Häuser zurück und dabei pfeift die Luft ziemlich schrill aus ihrem Atemloch. Ich wollte immer Peavy fragen, ob seine das auch machen, aber vergessen…
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Peavy erschreckt seine Schnecken nicht, der ist bei die Punks, die machen sowas nicht.^^
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Ich mache es auch nicht mit Absicht. Aber wenn ich die saubermache (machen Punks ihre Schnecken nicht sauber?) muss ich sie manchmal hochnehmen, und das finden die blöd.
Ich habe in Schneckenforen gesucht, und einige Leute meinen auch, dass ihre Schnecken komische Geräusche machen, aber niemand sagt, dass die PFEIFEN. Die meisten sind der Meinung, das Geräusch kommt von den Häusern, die über das Glas scharren. DAS können meine auch. Aber es klingt doch anders…
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Ach, doch, ich glaube schon, dass Punks ihre Schnecken sauber machen. PEEEAAAVYYY … stimmt das? Komm, sach mal was dazuuu! 🙂
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Waren Punks nicht diejenigen, die die Schnecken in der U-Bahn auf den Schultern mit sich rumtrugen? Irgendwas war da doch…
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Vollkommen richtig! Und dazu haben sie immer „Der Schneckenträger von Mexiko … war einmal traurig und einmal froh … “ gesungen. 🙂
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Boah, ist DAS Punk…
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War P. jetzt eigentlich mal hier um die Sache aufzulösen? 🙂
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Nein. Er sitzt vermutlich unter einem Haufen Schnecken begraben und KANN nicht nicht melden…
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also Kuscheltiere sehen doch irgendwie anders aus, finde ich ….
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Mehr so wie Du?
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OMG – nein!!!!!!
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Es gibt so’ne Kuscheltiere… und andere… in einem Geschäft am Hauptbahnhof verkaufen sie die verrücktesten Kuscheltiere. Im Moment haben sie Quallen da, aber mein Liebling war mal eine Flunder. Schildkröten gibt es als Kuscheltiere jede Menge. Ob es Chaosvaterkuscheltiere gibt, weiß ich jetzt nicht…
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ja, gibt es, u.a. diese hier:

aber man muss sie nicht mögen
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Ich mag die. Wo kann man die kaufen??? (Sieht aus wie eine Zombie-Schildkröte)
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Das ist toll. Das was du da geschrieben hast. Weihnachtsstimmung ohne sentimentales Tamtam und eben doch diese besondere Stimmung und eine Handvoll richtig schöner Sätze. Ich mag deine Texte.
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Danke. Ich mag Deine Texte auch sehr. Meistens kommentiere ich sie aber nicht, weil Du es fertigbringst, sie perfekt in sich abzuschließen. Da bliebe dann nur noch, zu sagen: „Ja, genau“. Was mir für so schöne Texte wie Deine immer etwas wenig erscheint. Aber ich lese immer mit!
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Mir geht es ähnlich. Ich lese ganz viel bei dir und kommentiere auch nicht immer.
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