Aufräumen Teil 2

Normalerweise, denke, ich, wächst man zusammen mit seiner Bibliothek. Man bekommt nicht alle Bücher auf einmal, sondern kauft sich hier ein Buch, bekommt da eins geschenkt, und wenn man es gelesen hat (im besten Fall) sortiert man es im Schrank ein. Bei meinen Büchern war das so – ich konnte die meisten meiner Bücher blind finden, und es waren wirklich nicht wenige.

Jetzt besitze ich nur noch einen Teil meiner Bücher – ein großer, nicht wieder gut zu machender Teil ist Dank eines schlimmen Wasserschadens nicht mehr lesbar – dafür aber neue Bücherregale. Und endlich auch genügend Regalbretter, so dass ich auch die Bücher einordnen kann, die ich beim letzten Mal aus dem alten Haus mitgenommen hatte. Ich hatte keine Ahnung, welche es waren, und packte eingermaßen überrascht Bücher aus wie“Das doppelte Lottchen“ (habe ich gleich nochmal gelesen!), „Kakteen und andere Sukkulenten“, dreimal Winnetou Band eins (liebe Güte, wann ist denn das passiert?), zweimal „Der Alchimist“ (beide noch in Folie. Ist das gut? Sollte ich es lesen? Braucht jemand eins?) und „Backen für Freunde“.
In meinem Fundus befindet sich jetzt „Laura und das Geheimnis von Aventerra“, aber nur drei der Bände, die restlichen fehlen. Überhaupt fehlen viele Bücher, was gerade bei Serien auffällt. Ich besitze derzeit Teil zwei einer Trilogie – soll ich die anderen Bände nachkaufen, oder finden sich die wieder an? Oder sind sie im Wasser ertrunken?
Einige der Bücher, ich muss es zugeben, habe ich nie gelesen. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt dazu. Andere werde ich, ganz ehrlich, nie wieder lesen. Das große Lexikon der Vornamen benötige ich, glaube ich, nicht mehr unbedingt. Ich mag den dicken Wälzer über den Baader-Meinhof-Komplex nicht mehr lesen, ebenso einige veraltete wissenschaftliche Abhandlungen über Autismus. Besonders schön in dem Zusammenhang: Das Buch „Simplify your life“ steht hier eigentlich nur herum.

Und dann, wenn man sich entschieden hat, welche Bücher man wirklich und für alle Ewigkeiten braucht (den „Herrn der Ringe“ zum Beispiel) und auf welche man eigentlich auch verzichten kann („111 Gründe, Fortuna Düsseldorf zu lieben“… mal ehrlich, wenn man nachlesen muss, wieso man die lieben muss, dann muss man die gar nicht lieben, oder? Aber okay, das Buch bleibt. Um sich daran zu erinnern, warum man sie lieben SOLLTE, auch wenn sie tatsächlich ausnahmsweise mal verlieren. Mal wieder), muss man sie ja auch noch sinnvoll einsortieren.
Ich habe mal versuchsweise einige Bücher nach Größe geordnet. Sieht super aus, dafür steht jetzt der „Selbstversorger-Balkon“ aber auch neben dem „großen Buch vom Häkeln“, daneben kommt der „Altlas zur Weltgeschichte“, dann „Plötzlich Prinzessin“ von Meg Cabot und danach „Petzi in Pingonesien“.
Es wird eine Weile dauern, bis ich wieder blind nach meinen Büchern greifen kann und das Gewünschte erwische. Andererseits liest man so vielleicht Bücher, auf die man sonst nie gekommen wäre. Die drei Fragezeichen hab ich wirklich ewig nicht mehr gelesen.

Und jetzt, wo alles ordentlich im Regal steht, habe ich sogar noch etwas Platz frei. Es wird Zeit für neue Bücher, glaube ich…

8 Gedanken zu “Aufräumen Teil 2

    1. Farben ist auch hübsch. Ich hatte sie früher nach Verlagen sortiert. Das passte dann immer am besten.
      Vor einiger Zeit sah ich eine dieser komischen Haus-Renovier-Sendungen. Da sortierten sie nach Größe, stellten die Bücher aber mit den SEITEN nach vorne. Natürlich weiß man so nie, was man sich da raus nimmt, aber Himmel, sah das ordentlich aus… 🙂

      Gefällt 1 Person

  1. In Köln gibt es in Parks diese telefonzellengroßen Bücherschränke, in denen man Bücher entsorgen kann, wenn man sie nicht wegschmeißen mag – kann ja sein, daß sie noch jemand anderes sie lesen mag, und der oder die kann sie dann einfach mitnehmen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, daß das nicht zu einer Reduzierung des eigenen Bestandes führt: Jedesmal, wenn ich mich dazu überwunden habe, da ein Buch aus meinem Bestand hineinzustellen, habe ich mindestens zwei gefunden, die ich schon immer mal lesen wollte.
    Den Baader-Meinhof-Komplex habe ich vor Jahren mal verliehen und nie zurückbekommen, was mich heute noch ärgert, ich befürchte, ich würde das Buch mitnehmen, wenn ich es fände, obwohl ich natürlich nie wieder einen Blick hineinwerfen würde. Für das nächste Buch, von dem ich mich trennen will (ich habe z.B. noch jede Menge allte Reclam-Hefte mit Shakespeare-Dramen, die ich sicher nicht mehr lesen werde), beauftrage ich einfach jemanden mit der Entsorgung.

    Gefällt mir

    1. Ja, in Lohmar gibt es auch so einen Bücherschrank. Seitdem habe ich mehrere ganz neue Karl May Bücher hier, die ich noch nicht kannte, und ich habe einen Sammelband „Prinz Eisenherz“ gefunden, ungelesen, den mein Bruder jetzt hat.
      Das Problem mit meinen eigenen Büchern ist, dass sie schimmeln. Wasserschäden führen zu einer wirklichen Reduzierung den Bestandes. Einige der Bücher sind unersetzlich und ich könnte heulen deswegen.

      Gefällt mir

      1. Das ist wirklich bitter. Kennst Du das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (zvab.com)? Manchmal hat man Glück und findet da Bücher, die es im Buchhandel nicht mehr gibt, zu günstigen Preisen. Eine andere Adresse für gebrauchte Bücher, die ich in letzter Zeit oft besuche, ist medimops.de.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s