Probleme

Nachdem ich im letzten Jahr erwähnte, dass ich gerne Wollreste hätte, um mich abends vor dem damals noch nicht vorhandenen Fernseher mit Stricken zu beschäftigen, nahm meine Mutter das wörtlich. Ich glaube, das war ihre Art, sich dafür zu rächen, dass ICH es wörtlich nahm, als sie erwähnte, sie liebe Elche über alles. Wenn man bei ihr reinkommt, wird man von allen Ecken von Elchen angeglotzt, und an nicht wenigen davon bin ich Schuld. Jedenfalls besitze ich jetzt genügend Wollreste, für alles Mögliche, aber es muss klein sein. Oder sehr bunt. Sind ja Reste.

Nachdem ich endlich mein letztes, im Krankenhaus begonnenes Projekt (Krankenhäuser sind großartig, um zu handarbeiten. Zu Handarbeiten. Handzuarbeiten. Ähm… zu STRICKEN, ja, dafür sind die toll. Hatte ich mal erzählt, dass meine Bettnachbarin auch strickte? Sie wickelte, um den Faden auf Spannung zu bringen, diesen erst fünfmal um ihren Finger und dann noch um ihren HALS. Ich war ziemlich erstaunt und musste die dauernd anstarren während… ähm…. Wo war ich? Ach so, Klammer zu und dann weiter im Text) beendet habe, kam ich auf die Idee, Socken im Norwegermuster stricken zu wollen. Die beste Methode, sagt das Internet, sei „Fair Isle“ Stricken, weil da keine doofen Schlaufen auf der Rückseite entstehen. Ich hab es eben versucht. Stimmt. Die Rückseite ist damit absolut Schlaufenfrei, allerdings habe ich immer noch Probleme, meine Finger zu entwirren. Und das nach nur einer Reihe. Ich bin nicht sicher, ob ich dieses Verfahren hinbekomme. Ich meine, eigentlich sind Schlaufen auf Rückseiten doch auch ganz hübsch?

Ein anderes Problem ist mein Dachterrassen-Garten. Ich hatte, da wir es grün haben wollten und die Dachterrasse eigentlich ziemlich langweilig ist, alles Mögliche schnell Wachsende gepflanzt, wobei ich es besonders toll fand, wenn das Grüne auch noch essbar ist. Die Kürbisse, entzückende kleine Dinger in Leuchtgelb und Ufo-förmig, wurden bis auf eine von der Schildkröte bereits im Babyalter vertilgt. Also, im Babyalter der Kürbisse, nicht der Schildkröte. Lediglich einer ist noch übrig, und den kann sie auch noch haben, denn der ist gammelig. Der Beste aller Männer findet das toll, denn er hasst Kürbis. Ich habe den Verdacht, dass er die Kürbispflanze extra nach unten geleitet hat, damit die Schildkröte besser dran kommt, aber ich kann es nicht beweisen.
Radieschen versuche ich jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Jahr zu züchten. Sie werden, ebenso wie die Salatpflanzen, nichts. Ich weiß nicht, woran es liegt; ich hatte schon Radieschen und Salat im Balkonkasten und weiß, dass das sehr wohl funktionieren kann.
Die Stachelbeerpflanze im Kübel hatte ein paar niedliche kleine Früchte, die aber alle verschwunden sind. Blaubeeren allerdings durften wir einige ernten, bevor der Hund und die Vögel sie entdeckten. Ebenso befindet sich eine wunderschöne Gurke (an vier Gurkenpflanzen!) auf der Terrasse. Besonders toll ist der bunte Mais. Im extra besorgten Hochbeet, in dem ich sie nach der Packung beigelegter Anleitung liebevoll mit den spitzen Enden nach unten auspflanzte („O-Ton BaM: „…ja, ich stelle mir auch gerade vor, wie die Bauern alle zehntausend Maiskörner mit der Spitze in den Boden stecken, weil die sonst nicht wachsen“ – BaM ist übrigens die Abkürzung für „Spielverderber“) wächst er nicht, sehr wohl aber in der alten Zinkbadewanne, die noch von den Vormietern da stand und in die ich die letzten zwei Kerne achtlos geschmissen hatte. Jedenfalls WUCHSEN die beiden Pflanzen da und wurden groß und kräftig, bis ein unerwarteter Windstoß den Sonnenschirm auf die vordere Pflanze schmiss. Seitdem kümmert die hintere Pflanze und die vordere steht schief und fängt an zu blühen. Ich versteh’s auch nicht.
Ja, und das Allerbeste sind die Bohnen. Ich hatte ein paar Buschbohnen besorgt, weil die schnell wachsen und gut schmecken, und als mein Sohn das hörte, sandte er mir ein paar SEINER Bohnen. Er hat Yin-und-Yang-Bohnen. Tolle Teile: Die Kerne sind schwarz-weiß gestreift und man fühlt sich gleich erleuchtet, wenn man sie ansieht. Ich kann sie tatsächlich ansehen – es hat geklappt, ich habe Yin-und-Yang-Bohnen im Balkonkasten. Und ein Problem. Was zum Kuckuck macht man mit denen? Mit dem Grün drumherum in den Topf schmeißen und kochen? Ohne das Grün kochen? Und wenn ja, dann frisch oder trocknen lassen? Oder lässt man sie traditionell trocknen und verwendet sie im nächsten Jahr als Samen, und NUR dafür?

Ich habe bei Google recherchiert, und das Ergebnis ist eindeutig. Wenn man die Dinger gezüchtet hat, verkauft man sie im Internet.
Ich denke, das bekomme ich hin.

Und dann geh ich los und kaufe mir von dem Geld Gemüse im Supermarkt…

8 Gedanken zu “Probleme

  1. Lebt die Krankenhaus-Bettnachbarin noch? 😂
    Einen Gartenbalkon finde ich toll. Abenteuerlich noch dazu, wenn es darauf so zugeht, wie bei dir.
    Die Idee mit dem Gemüseerwerb im Supermarkt ist gut. Kauf was aus der Region. Die ist ja etwas größer, als dein Balkon. 😉

    Gefällt mir

    1. Im Krankenhaus kann nan sowas machen. Wenn man sich da stranguliert, ist erste Hilfe nicht weit. Aber es sah wirklich schräg aus.
      Unsere Dachterrasse ist riesig. Aber ja… Regionales Gemüse ist die bessere – und sättigendere – Variante. Trotzdem etwas enttäuschend.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s